06.10.2018, 19:39 Uhr

Berlin (AFP) Deutsche Hilfe für Indonesien auf dem Weg

Noch dauert die Suche nach den Opfern in Palu an. Quelle: AFP/MOHD RASFAN (Foto: AFP/MOHD RASFAN)Noch dauert die Suche nach den Opfern in Palu an. Quelle: AFP/MOHD RASFAN (Foto: AFP/MOHD RASFAN)

Suche nach verschütteten Leichen könnte bald beendet werden

Gut eine Woche nach der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe ist deutsche Hilfe für die Opfer auf den Weg gebracht worden. Wie das Auswärtige Amt am Samstag mitteilte, startete am Flughafen Frankfurt am Main ein Flugzeug mit Ausrüstung des Technischen Hilfswerks (THW) in die Region Sulawesi. Die Lieferung wird aus den insgesamt 1,5 Millionen Euro finanziert, die das Auswärtige Amt als Soforthilfemittel für die Hilfe in Indonesien zur Verfügung stellt.

An Bord der Maschine befinden sich den Angaben zufolge 40 Generatoren zur Stromversorgung der Menschen und zum Betrieb von Kommunikationsanlagen. Außerdem reisten ehrenamtliche Helfer des THW mit, die die indonesischen Behörden beim Aufbau und der Inbetriebnahme der Anlagen unterstützen sollen. Auch Lieferungen anderer Staaten und Hilfsorganisationen trafen im Katastrophengebiet ein. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind dort 200.000 Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Unterdessen wurden im Katastrophengebiet weitere Tote unter den Trümmern gefunden. Die Zahl der Opfer stieg nach offiziellen Angaben auf 1649. Etwa tausend Menschen wurden noch vermisst. Mehr als 82.000 Soldaten, zivile Helfer und Freiwillige suchten in der Stadt Palu nach Toten oder Überlebenden. Die Wahrscheinlichkeit, acht Tage nach dem Unglück noch Überlebende zu finden, sank jedoch deutlich.

Noch wurde die Suche nicht eingestellt. Doch Indonesiens Sicherheitsminister Wiranto sagte am Freitagabend, die Regierung sei in Gesprächen mit örtlichen Behördenvertretern und Geistlichen darüber, wann die Suche in den am schwersten betroffenen Gebieten beendet werde und diese Gebiete zu Massengräbern erklärt würden.

Derweil wuchs die Sorge vor den Gefahren für die Helfer. Ein Vertreter der indonesischen Rettungskräfte, Yusuf Latif, sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Einsatzkräfte seien bei der Bergung der Leichen gesundheitlichen Gefahren ausgesetzt. Die meisten Leichen seien nicht intakt, es drohten Ansteckungen. "Wir haben unsere Teams geimpft, aber wir müssen besonders vorsichtig sein", sagte er.

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) können sich Menschen, die in direktem Kontakt mit Leichen sind, mit Tuberkulose, Cholera oder anderen Krankheiten infizieren.


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