04.10.2018, 14:32 Uhr

Berlin (AFP) Deutsche Bahn erhöht die Ticketpreise im Fernverkehr

ICE in Sachsen. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Jan Woitas (Foto: dpa/AFP/Archiv/Jan Woitas)ICE in Sachsen. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Jan Woitas (Foto: dpa/AFP/Archiv/Jan Woitas)

Fahrkarten ohne Zugbindung werden teurer - Sparpreise bleiben stabil

Reisende im Fernverkehr der Deutschen Bahn müssen für ihre Tickets künftig tiefer in die Tasche greifen. Zum Start des Winterfahrplans am 9. Dezember werden die sogenannten Flexpreise für Fahrkarten ohne Zugbindung um 1,9 Prozent teurer, wie die Bahn am Donnerstag bekanntgab. Die Sparpreise und die erst kürzlich eingeführten Super Sparpreise bleiben hingegen stabil.

Insgesamt ergebe sich eine Preissteigerung von 0,9 Prozent für den Fernverkehr, das sei ein Wert unterhalb der derzeitigen Inflationsrate, erklärte die Bahn. Deutlich teurer wird es hingegen für Passagiere, die ihr Ticket erst im Zug kaufen: Hier werden statt wie bisher 12,50 Euro künftig 19 Euro Gebühr fällig.

Unverändert bleiben die Preise für Reservierungen sowie für die Bahncard 50 und die Bahncard 25. Die Preise für Streckenzeitkarten sowie die Bahncard 100 steigen hingegen um durchschnittlich 2,9 Prozent. Für Streckenzeitkarten wird die Mindestvertragslaufzeit von zwölf auf drei Monate verkürzt.

Bei den Flexpreisen will die Bahn auch künftig an einer tageweisen Senkung und Anhebung festhalten. Ziel dieser "auslastungsabhängigen Preisgestaltung", die die Bahn 2016 eingeführt hatte, sei es, die "Nachfrage bestmöglich zu lenken", erklärte das Unternehmen.

Keine Änderungen gibt es bei den Sparpreisen und den sogenannten Super Sparpreisen. Letztere hatte die Bahn erst zum 1. August dauerhaft eingeführt. Hierbei ist allerdings kein City-Ticket enthalten, das bei den Flexpreisen Fahrkarteninhabern die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs ermöglicht - und die Super Sparpreise sind limitiert und eine Stornierung ist ausgeschlossen.

Kritik an den Preiserhöhungen zum Fahrplanwechsel äußerte der bahnpolitische Sprecher der Grünen, Matthias Gastel. "Drei von zehn Fernverkehrszügen waren im August verspätet", erklärte er. "Höhere Fahrpreise kann sich die Deutsche Bahn vor diesem Hintergrund nicht erlauben." Die Fernverkehrssparte der Bahn müsse zuerst die Qualität und Verlässlichkeit ihres Angebots verbessern.

Bei der Pünktlichkeit war die Deutsche Bahn zuletzt hinter ihren eigenen Zielen zurückgeblieben. Bahn-Chef Richard Lutz hatte sich deshalb sowie wegen sinkender Gewinne Anfang September in einem Brandbrief an die Führungskräfte des Staatskonzerns gewandt und zu einer besseren Zusammenarbeit und strengeren Kostenkontrolle aufgerufen.

Die Zahl der Reisenden im Fernverkehr ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen - auf 142 Millionen im Jahr 2017. Auch in diesem Jahr wird ein neuer Fahrgastrekord erwartet.

Für Entlastung sorgen will die Bahn zum Fahrplanwechsel im Dezember nun mit neuen Zügen, mehr Sitzplatzkapazität und häufigeren Fahrten auf nachfragestarken Verbindungen. So sollen auf der Schnellfahrstrecke von München nach Berlin künftig mehr ICE-Sprinterzüge eingesetzt werden: fünf pro Tag und Richtung statt wie bislang drei.

Zwischen Düsseldorf und Stuttgart erhöht die Bahn die Direktverbindungen über den Bahnhof Frankfurt/Main Flughafen um drei auf 14 Fahrten pro Tag und Richtung. Zudem startet die Direktverbindung zwischen Berlin und Wien. Zwischen Hannover und Göttingen müssen sich Kunden wegen Baumaßnahmen auf längere Fahrten einstellen.


0 Kommentare