04.10.2018, 09:53 Uhr

Berlin (AFP) Portal: Mehr als 14.000 Flugausfälle seit Jahresbeginn

Ryanair-Flugzeuge. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Bernd Settnik (Foto: dpa/AFP/Archiv/Bernd Settnik)Ryanair-Flugzeuge. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Bernd Settnik (Foto: dpa/AFP/Archiv/Bernd Settnik)

Deutsche Fluggäste haben Anspruch auf 823 Millionen Euro

Dieses Jahr sind bereits deutlich mehr Flüge ausgefallen als im Vorjahr. Wie das Schadenersatz-Portal Airhelp am Donnerstag mitteilte, lag die Zahl der Ausfälle bis zum 22. September bei mehr als 14.000 - im Vorjahreszeitraum waren es 6870. Die deutschen Fluggäste haben dadurch laut Berechnungen des Portals Anspruch auf insgesamt 823 Millionen Euro Entschädigung.

Laut den Zahlen von Airhelp waren zudem 167.000 von 630.000 Flügen in Deutschland mehr als eine Viertelstunde verspätet. Die deutsche Luftfahrt steht damit deutlich schlechter da als vergleichbare Märkte. In Großbritannien fielen bei ähnlicher Flugzahl nur 10.600 Flüge aus, in Spanien nur 6000.

"Nirgendwo in Europa schulden die Airlines ihren Passagieren mehr finanzielle Entschädigungen als hierzulande", erklärte Laura Kauczynski von Airhelp. "Das ist neben den vielen Streiks bei Ryanair vor allem auf den extremen Marktkampf im Zuge der Insolvenzen von Air Berlin und Niki zurückzuführen."

Eine finanzielle Entschädigung für Passagiere gibt es ab einer Verspätung von mehr als drei Stunden am Zielort, wenn die Fluggesellschaft schuld ist. Bei Sperrungen von Flughäfen, Sicherheitsrisiken, Streiks, Vogelschlag oder Unwetter müssen die Airlines in der Regel nichts zahlen. Laut eigenen Angaben hat Airhelp diese Fälle bei den Berechnungen berücksichtigt.

Spitzen der Luftfahrtindustrie und der Flugsicherung sowie aus der Politik treffen sich am Freitag zu einem Luftfahrtgipfel in Hamburg. Dort soll es darum gehen, wie Flugausfälle, Verspätungen und Engpässe bei der Abfertigung der Passagiere an den Flughäfen vermieden werden können.


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