04.10.2018, 11:58 Uhr

Berlin (AFP) Haseloff warnt seine Partei scharf vor Annäherung an AfD

AfD-Logo. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Karl-Josef Hildenbrand (Foto: dpa/AFP/Archiv/Karl-Josef Hildenbrand)AfD-Logo. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Karl-Josef Hildenbrand (Foto: dpa/AFP/Archiv/Karl-Josef Hildenbrand)

CDU soll "klare Kante zeigen"

Der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff (CDU), lehnt eine Annäherung seiner Partei an die AfD ab. "Wer aus machtpolitischen Aspekten seine Grundsätze verlässt, begeht politischen Selbstmord", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Die AfD sei keine konservative und keine demokratische Partei, sondern "im Tross mit den Nazis auf der Straße". Der CDU-Innenpolitiker Philipp Amthor mahnte zur Auseinandersetzung mit AfD-Inhalten.

Haseloff führte den Umgang seines Landesverbands mit der AfD als gutes Beispiel an: "Bei der letzten Wahl in Sachsen-Anhalt betrug unser Abstand zur AfD vier Prozent, jetzt sind es rund zehn", sagte er. "Es lohnt sich also, klare Kante zu zeigen."

Der CDU-Innenexperte Amthor sagte am Donnerstag im ARD-"Morgenmagazin", es sei wichtig, "die Auseinandersetzung mit den Thesen der AfD zu suchen". Davor sollten Politiker keine Angst haben: "Wenn man fest ist in seinen Überzeugungen, kann man auch dort die Auseinandersetzungen sehr gut gewinnen." Außerdem sei es wichtig, "die Leute ernst zu nehmen und Sorgen auch dann ernst zu nehmen, wenn sie vielleicht objektiv nicht unterfüttert sind".

In der vergangenen Woche hatten Äußerungen des neuen CDU-Fraktionschefs im sächsischen Landtag, Christian Hartmann, erneut den Umgang der CDU mit der AfD in die Diskussion gebracht. Hartmann hatte die Frage nach einer möglichen Koalition mit der AfD offen gelassen. Daraufhin stellten sich unter anderem CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer und Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) gegen ein derartiges Bündnis.

Derweil äußerte der AfD-Vorsitzende Alexander Gauland zu Wochenbeginn Interesse an einer Koalition mit der CDU. Da seine Partei vermutlich keine 50 Prozent bei Wahlen erreichen könne, brauche sie einen Koalitionspartner, sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Grüne, Linke, SPD und möglicherweise auch die FDP kämen dabei nicht in Frage, daher bleibe "nur eine ins Vernünftige gewendete CDU als Partner".


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