01.10.2018, 22:52 Uhr

Paris (AFP) Macron lehnt vorzeitigen Rücktritt seines Innenministers Collomb ab

Collomb (l.) und Macron. Quelle: AFP/Archiv/Alberto PIZZOLI (Foto: AFP/Archiv/Alberto PIZZOLI)Collomb (l.) und Macron. Quelle: AFP/Archiv/Alberto PIZZOLI (Foto: AFP/Archiv/Alberto PIZZOLI)

Neue Unruhe in französischer Regierung

Neue Unruhe in der Regierung von Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron: Innenminister Gérard Collomb hat am Montag seinen Rücktritt eingereicht. Macron habe das Gesuch aber abgelehnt, hieß es aus dem Präsidentenpalast. Der Staatschef habe dem Innenminister erneut sein Vertrauen ausgesprochen und ihn gebeten, sich weiterhin vollständig der "Sicherheit der Franzosen" zu widmen. Der Präsidentenpalast bestätigte damit einen Bericht der Tageszeitung "Le Figaro".

Collomb, ein Schwergewicht in der Regierung, hatte Mitte September überraschend angekündigt, im kommenden Jahr seinen Posten als Innenminister aufgeben zu wollen. Der 71-jährige Macron-Vertraute der ersten Stunde will sich 2020 um das Amt des Bürgermeisters von Lyon bewerben. Vor seiner Ernennung zum Innenminister im Mai 2017 führte Collomb bereits 16 Jahre lang die Geschicke der französischen Großstadt.

Nach seiner Ankündigung wurde allerdings scharfe Kritik an Collomb laut. Die oppositionellen Konservativen verlangten den sofortigen Rücktritt des Innenministers, weil der sein Amt nicht mehr voll ausfülle. Collomb sagte nun dem "Figaro", er wolle nicht, dass sein Ministerium durch seine Kandidaturpläne in Lyon destabilisiert werde.

Macron und Premierminister Edouard Philippe wollten einen sofortigen Rücktritt des Innenministers aber nicht akzeptieren - zumal die Regierung erst vor einem Monat wegen des Rücktritts des beliebten Umweltministers Nicolas Hulot hatte umgebildet werden müssen.

Collomb war einer der ersten wichtigen Politiker, die Macron in seinen Präsidentschaftsambitionen unterstützten und beim Aufbau seiner Bewegung En Marche halfen. Bis heute ist der frühere Sozialist ein enger Vertrauter des Staatschefs. Zuletzt hatte er aber auch Kritik an Macron und der Regierung geübt und einen "Mangel an Demut" angeprangert.


0 Kommentare