30.09.2018, 17:12 Uhr

Birmingham (AFP) Britische Regierung will nach Brexit weiter Soldaten in Deutschland stationieren

Großbritanniens Verteidigungsminister Gavin Williamson. Quelle: AFP/Ben STANSALL (Foto: AFP/Ben STANSALL)Großbritanniens Verteidigungsminister Gavin Williamson. Quelle: AFP/Ben STANSALL (Foto: AFP/Ben STANSALL)

Pläne für kompletten Abzug nach 2020 endender Übergangsphase vom Tisch

Die britische Regierung will nach dem Brexit zumindest ein kleines Truppenkontingent weiterhin in Deutschland stationieren. "Wir werden unsere Einrichtungen in Deutschland nicht schließen", sagte Verteidigungsminister Gavin Williamson am Sonntag beim Parteitag der regierenden Konservativen in Birmingham. "Stattdessen lassen wir sie bestehen und entsenden Truppeneinheiten dorthin", fügte er hinzu.

Großbritanniens Austritt aus der EU ist für den 29. März 2019 festgelegt. Das britische Verteidigungsministerium plant, nach einer darauffolgenden und im Jahr 2020 endenden Übergangsphase die Zahl der in Europa stationierten britischen Soldaten drastisch zu kürzen.

Überlegungen für einen vollständigen Abzug aus Deutschland waren im Vereinigten Königreich allerdings auf Widerstand gestoßen. Das Verteidigungsministerium plant daher nun, nach dem Brexit rund 185 Armeemitglieder sowie 60 zivile Mitarbeiter des britischen Verteidigungsministeriums in Deutschland zu belassen.

Großbritannien bleibt nach dem EU-Austritt weiterhin Mitglied der Nato. Die Militärallianz konzentriert sich verstärkt auf Russland und begründet dies mit dessen Eingliederung der ukrainischen Halbinsel Krim in sein Staatsgebiet im Frühjahr 2014. Williamson nannte Russland am Sonntag "eine der größten Bedrohungen, der wir heute gegenüber stehen".

Williamson hob vor seinen Parteikollegen außerdem hervor, dass die britische Armee ein umfangreiches Ausbildungsprogramm für die Abwehr von Cyberangriffen starte - "das erste dieser Art in einem Nato-Staat". Laut Verteidigungsministerium sollen künftig jährlich eine Million Pfund (1,1 Millionen Euro) investiert werden, um mehr als 2000 Kadetten pro Jahr für eine neue Cybersicherheitstruppe auszubilden.


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