29.09.2018, 08:56 Uhr

New York (AFP) Amal Clooney fordert Begnadigung inhaftierter Reporter in Myanmar

Amal Clooney bei der UNO in New York. Quelle: AFP/Angela Weiss (Foto: AFP/Angela Weiss)Amal Clooney bei der UNO in New York. Quelle: AFP/Angela Weiss (Foto: AFP/Angela Weiss)

Menschenrechtsanwältin appelliert an Friedensnobelpreisträgerin Suu Kyi

Die Menschenrechtsanwältin Amal Clooney hat an Myanmars De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi appelliert, sich für eine Begnadigung zweier inhaftierter Journalisten einzusetzen. Die Regierung könne, "wenn sie will", die Haft der beiden "heute" beenden, sagte Clooney am Freitag bei einer Veranstaltung für Pressefreiheit am Rande der UN-Generaldebatte in New York. Demnach könnte Myanmars Präsident Win Myint die Journalisten auf Ratschlag von Suu Kyi hin begnadigen.

Die beiden Reporter der Nachrichtenagentur Reuters waren Anfang September wegen Landesverrats zu jeweils sieben Jahren Haft verurteilt worden. Wa Lone und Kyaw Soe Oo hatten über die außergerichtliche Hinrichtung von zehn Angehörigen der muslimischen Rohingya Minderheit in Myanmar berichtet. Verurteilt wurden sie auf der Grundlage eines Gesetzes aus der Kolonialzeit.

Suu Kyi wisse "besser als alle anderen, was es bedeutet, politischer Gefangener in Myanmar zu sein", sagte Clooney hinsichtlich der langjährigen staatlichen Verfolgung der Friedensnobelpreisträgerin in ihrem Heimatland. "Sie hat in einer Zelle des Gefängnisses geschlafen, in dem Wa Lone und Kyaw Soe Oo jetzt schlafen." Clooney hatte im März verkündet, dass sie sich dem Anwaltsteam zur Verteidigung der beiden Journalisten anschließen werde.

Suu Kyi steht wegen ihres langen Schweigens zur Rohingya-Krise international in der Kritik. Myanmars Armee geht im nördlichen Bundesstaat Rakhine seit Längerem mit brutaler Gewalt gegen die muslimische Minderheit der Rohingya vor. Fast 700.000 Menschen flohen bereits ins Nachbarland Bangladesch. Die UNO stufte das Vorgehen der Armee gegen die Rohingya als ethnische Säuberungen ein. In Myanmar wird Suu Kyi aber immer noch als Freiheitsikone verehrt.


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