28.09.2018, 16:58 Uhr

Makassar (AFP) Indonesische Insel nach schwerem Erdbeben von Tsunami getroffen

Zerstörtes Gebäude in Palu. Quelle: BNPB/AFP/Handout (Foto: BNPB/AFP/Handout)Zerstörtes Gebäude in Palu. Quelle: BNPB/AFP/Handout (Foto: BNPB/AFP/Handout)

Mehrere Gebäude zerstört - Ein Toter bei vorherigem Beben

Ein schweres Erdbeben und ein Tsunami haben am Freitag massive Zerstörungen auf der indonesischen Insel Sulawesi angerichtet. Die Flutwelle traf die Provinzhauptstadt Palu, nachdem ein Beben der Stärke 7,5 zahlreiche Gebäude zum Einsturz gebracht hatte. Berichte über Tote oder Verletzte lagen zunächst nicht vor. Kurz zuvor war bei einem schwächeren Erdbeben in der Region ein Mensch ums Leben gekommen.

Das Erdbeben vor der Küste von Sulawesi hatte sich nach Angaben der US-Erdbebenwarte in einer Tiefe von etwa zehn Kilometern ereignet. Das Epizentrum lag knapp 80 Kilometer nördlich von Palu, der Hauptstadt der Provinz Zentralsulawesi. Die Erschütterungen waren bis in die Inselhauptstadt Makassar im Süden zu spüren.

Das Beben löste Panik unter den Einwohnern in Palu und anderen Städten der Region aus. "Alle Menschen sind aus ihren Häusern gelaufen und haben vor Angst geschrien", sagte Lisa Soba Palloan, die in Toraja, rund 175 Kilometer von Palu entfernt, lebt.

Nur wenige Stunden zuvor hatte sich in derselben Region bereits ein schwächeres Beben ereignet, durch das mindestens ein Mensch ums Leben kam. Ob es bei dem zweiten Erdbeben weitere Opfer gab, blieb zunächst unklar.

Die Behörden gaben nach dem Beben der Stärke 7,5 eine Tsunami-Warnung heraus, hoben diese aber kurz darauf wieder auf. Die indonesischen Behörde für Geophysik bestätigte später aber, dass Palu von einem Tsunami getroffen wurde. Videoaufnahmen zeigten, wie eine Flutwelle mehrere Gebäude überschwemmte und eine Moschee unter Wasser setzte. Nach Angaben des Katastrophenschutzes erreichte die Flutwelle eine maximale Höhe von 1,50 Meter.

Durch das Erdbeben seien offenbar zahlreiche Häuser zum Einsturz gebracht worden, teilte der indonesische Katastrophenschutz mit. Die Behörde veröffentlichte Fotos eines teilweise zerstörten Einkaufszentrums in Palu. Andere Aufnahmen zeigten schwer beschädigte Gebäude und aufgerissene Straßen.

Auf Videos im Online-Netzwerk Facebook war zu sehen, wie sich in Teilen der Region Staus bildeten, weil die Anwohner aus Angst vor einem Tsunami in höhergelegene Gebiete fliehen wollen. Der Flughafen in Palu wurde nach dem Erdbeben für 24 Stunden gesperrt.

Das Auswärtige Amt riet Reisenden in der Region zu besonderer Vorsicht. Es müsse mit Nachbeben gerechnet werden. Urlauber sollten sich über die örtlichen Medien informiert halten und die Anweisungen der Sicherheitskräfte befolgen. Von Reisen in den Norden der Ferieninsel Lombok und die vorgelagerten Gili-Inseln sei weiterhin abzuraten.

Bei einer Erdbebenserie von Ende Juli bis Anfang August waren auf Lombok 555 Menschen ums Leben gekommen. Fast 1500 weitere wurden verletzt.

Das aus zahlreichen Inseln bestehende Indonesien liegt auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring, an dem tektonische Platten aufeinander stoßen. Erdbeben und Vulkanausbrüche sind dort besonders häufig. An Weihnachten 2004 hatte ein Beben der Stärke 9,3 vor der westindonesischen Insel Sumatra einen Tsunami ausgelöst, der in der Region insgesamt 220.000 Menschen tötete, davon 168.000 in Indonesien.


0 Kommentare