28.09.2018, 12:59 Uhr

Köln (AFP) Kölner Polizei prüft Ditib-Sicherheitskonzept für Erdogan-Besuch

Sicherheitseinsatz an der Kölner Ditib-Moschee. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Oliver Berg (Foto: dpa/AFP/Archiv/Oliver Berg)Sicherheitseinsatz an der Kölner Ditib-Moschee. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Oliver Berg (Foto: dpa/AFP/Archiv/Oliver Berg)

Laut Schätzungen könnten Zehntausende zu neuer Moschee strömen

Einen Tag vor dem Besuch des türkischen Staatschefs Recep Tayyip Erdogan in Köln hat die Polizei am Freitag ihre Sicherheitsvorkehrungen an der neuen Ditib-Zentralmoschee im Stadtteil Ehrenfeld mit Hochdruck weiter vorangetrieben. Polizeibeamte waren unter anderem mit dem Verschweißen von Kanaldeckeln im Moscheeumfeld beschäftigt, wie ein AFP-Reporter berichtete. Unterdessen prüfte die Polizei ein von der Ditib vorgelegtes Sicherheitskonzept für den Erdogan-Besuch.

Das von der Stadt Köln geforderte Sicherheitskonzept für den Besuch in der Moschee der Türkisch-Islamischen Union Ditib war einer Polizeisprecherin zufolge am Donnerstag bei den Behörden eingegangen. Der türkische Präsident will die Moschee am Samstagnachmittag vor 500 geladenen Gästen eröffnen. In unmittelbarer Nähe des Gebäudekomplexes können laut Polizei weitere rund 5000 Besucher und Schaulustige Platz finden.

Allerdings könnten nach groben Ditib-Schätzungen womöglich insgesamt rund 25.000 Menschen zu der Moschee strömen. Für sie soll dann eine Ausweichfläche in der weiteren Umgebung der Moschee zur Verfügung stehen.

Bei der Eröffnungsfeier will Erdogan eine Rede halten. An der Veranstaltung werden allerdings keine Bundes- und Landespolitiker teilnehmen. Auch die parteilose Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker hatte ihre Teilnahme kurzfristig abgesagt, da die Rolle der Stadt bei der Eröffnungsfeier bis zuletzt unklar geblieben sei.

Die Polizei ist beim Köln-Besuch von Erdogan mit mehr als 3000 Beamten im Einsatz. Gegen die Visite wollen am Samstag tausende Menschen in der Domstadt protestieren, darunter auch Aleviten und Kurden. Bei zwei Großdemonstrationen werden insgesamt mindestens 10.000 Teilnehmern erwartet.

Der Kölner Polizeipräsident Uwe Jacob kündigte im Vorfeld ein konsequentes Einschreiten gegen mögliche Gewalttäter an. "Die Polizei Köln wird Gewalt, egal von wem sie ausgeht, sehr früh und entschlossen begegnen", sagte er.

"Wir werden nicht dulden, dass es auf Kölner Boden zu Gewalttaten aufgrund von Meinungsäußerungen kommt." Im Einsatz seien auch Dolmetscher, "die uns bei der Einschätzung helfen, ob Äußerungen nicht willkommene Meinungen oder Beleidigungen sind, die wir strafrechtlich verfolgen werden".


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