28.09.2018, 11:51 Uhr

Berlin (AFP) Erdogan bestätigt türkisches Auslieferungsersuchen gegen Dündar

Der türkische Präsident Erdogan in Berlin. Quelle: AFP/Tobias SCHWARZ (Foto: AFP/Tobias SCHWARZ)Der türkische Präsident Erdogan in Berlin. Quelle: AFP/Tobias SCHWARZ (Foto: AFP/Tobias SCHWARZ)

Präsident bezeichnet regierungskritischen Journalisten als "Agenten"

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat bestätigt, dass sein Land ein Auslieferungsersuchen für den Journalisten Can Dündar an Deutschland gestellt hat. Dündar sei "ein Agent, der Staatsgeheimnisse veröffentlicht hat", sagte Erdogan am Freitag nach einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin. Daher müsse der ehemalige Chefredakteur der regierungskritischen Zeitung "Cumhuriyet" an die Türkei ausgeliefert werden.

Kurz vor Erdogans Treffen mit Merkel war bekannt geworden, dass Ankara Berlin Anfang der Woche eine Liste mit 69 Gesuchten übermittelt hat, die nach türkischem Willen von Deutschland ausgeliefert werden sollen. Darunter war auch Dündar, der wegen eines Berichts über geheime Waffenlieferungen der Türkei an islamistische Rebellen in Syrien zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden war.

Merkel sagte bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit Erdogan, sie werde zu "einzelnen Rechtshilfeersuchen" der Türkei keine Stellung nehmen. Sie könne aber bestätigen, dass es über Dündar und "seinen Fall unterschiedliche Meinungen gibt zwischen mir und dem Präsidenten". Sie hoffe, dass auch "ausstehende Fragen" gelöst werden könnten.

Erdogan verwies seinerseits darauf, dass es ein Auslieferungsabkommen zwischen Deutschland und der Türkei gebe. Würde Berlin um die Auslieferung eines "rechtskräftig Verurteilten" bitten, würde Ankara dem nachkommen, betonte der Präsident.


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