28.09.2018, 11:45 Uhr

Berlin (AFP) Merkel: Fälle inhaftierter Deutscher in der Türkei schnell lösen

Merkel und Erdogan bei ihrer Pressekonferenz. Quelle: AFP/Tobias SCHWARZ (Foto: AFP/Tobias SCHWARZ)Merkel und Erdogan bei ihrer Pressekonferenz. Quelle: AFP/Tobias SCHWARZ (Foto: AFP/Tobias SCHWARZ)

Kanzlerin sieht "tiefgreifende Differenzen" mit Ankara

Bei ihrem Treffen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eine rasche Lösung für die in der Türkei inhaftierten Deutschen angemahnt. "Ich habe darauf gedrängt, dass auch diese Fälle möglichst schnell gelöst werden können", sagte Merkel am Freitag nach ihrem Treffen mit Erdogan im Berliner Kanzleramt.

Sie sei froh, "dass einige Menschen frei sind", sagte die Kanzlerin mit Blick auf die in den vergangenen Monaten aus türkischer Haft freigelassenen Deutschen. Sie werde auch in den weiteren Gesprächen mit der türkischen Seite, etwa bei ihrem gemeinsamen Frühstück am Samstagmorgen mit Erdogan, auf die Freilassung der übrigen inhaftierten Deutschen dringen.

Es sei darüber hinaus klar, dass es noch immer "tiefgreifende Differenzen" mit der Türkei hinsichtlich der Themen Pressefreiheit und Rechtsstaatlichkeit gebe, sagte Merkel. In der Türkei sind nach Angaben des Auswärtigen Amtes derzeit fünf deutsche Staatsbürger aus politischen Gründen in Haft.

Aus deutscher Sicht rechtfertigen die vagen Terrorvorwürfe weder eine monatelange Untersuchungshaft noch die jahrelangen Haftstrafen, die in mehreren Fällen verhängt wurden. Prominente Häftlinge wie Peter Steudtner, Deniz Yücel und Mesale Tolu kamen in den vergangenen Monaten frei.


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