23.01.2019, 11:59 Uhr

Magdeburg (AFP) Urteil in Prozess gegen Arzt vor Magdeburger Landgericht verschoben

Der angeklagte Arzt zum Prozessauftakt in Magdeburg. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Johannes Stein (Foto: dpa/AFP/Archiv/Johannes Stein)Der angeklagte Arzt zum Prozessauftakt in Magdeburg. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Johannes Stein (Foto: dpa/AFP/Archiv/Johannes Stein)

Gericht zieht auch Vorwurf der schweren Vergewaltigung in Betracht

Im Magdeburger Prozess gegen einen Arzt, der Frauen heimlich unter Drogen gesetzt haben soll, ist das Urteil verschoben worden. Nachdem zuvor bereits die Plädoyers gehalten wurden, kamen die Richter am Landgericht am Mittwoch zu dem Schluss, dass auch der Vorwurf der schweren Vergewaltigung in Betracht kommen würde, wie ein Sprecher sagte. Verteidigung und Staatsanwaltschaft sollen nun noch einmal plädieren. Am Montag wird der Prozess fortgesetzt.

Der Arzt aus Halberstadt soll zwischen September 2015 und Februar 2018 in insgesamt zehn Fällen Frauen heimlich und teilweise gegen ihren Willen Kokain gegeben und zum Teil mit ihnen Sex gehabt haben. Bislang lautete der Vorwurf unter anderem auf mehrfache Vergewaltigung, in einem Fall davon mit Todesfolge.

Eine Frau, der er im vergangenen Februar in Halberstadt während eines ansonsten einvernehmlichen sexuellen Kontakts Drogen verabreicht haben soll, starb der Anklage zufolge an einer Kokainvergiftung. Das Gericht hielt auch eine Verurteilung wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen oder wegen Totschlags für möglich.

In neun weiteren Fällen soll der Angeklagte ebenfalls Frauen heimlich oder gegen ihren Willen Kokain gegeben und teilweise mit ihnen geschlafen haben. Eine der Frauen soll unter Drogeneinfluss Verkehrsunfälle gebaut haben.

In anderen Fällen sollen die Frauen aufgrund des Drogenkonsums nicht mehr in der Lage gewesen sein, sich zu äußern, ob sie überhaupt Sex wollten oder nicht. Um einige dieser Fälle geht es nun in der neuen rechtlichen Bewertung des Gerichts.

Der Angeklagte sitzt seit Ende März in Untersuchungshaft. Der im September begonnene Prozess fand in erheblichen Teilen unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.


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