28.09.2018, 09:44 Uhr

Magdeburg (AFP) Arzt wegen Vergewaltigung mit Todesfolge in Magdeburg vor Gericht

Der angeklagte Arzt am Freitag zum Prozessauftakt in Magdeburg. Quelle: dpa/AFP/Johannes Stein (Foto: dpa/AFP/Johannes Stein)Der angeklagte Arzt am Freitag zum Prozessauftakt in Magdeburg. Quelle: dpa/AFP/Johannes Stein (Foto: dpa/AFP/Johannes Stein)

Mediziner soll Frauen heimlich Drogen gegeben haben

Vor dem Landgericht Magdeburg hat am Freitag der Prozess gegen einen Arzt begonnen, der Frauen heimlich unter Drogen gesetzt haben soll. Der 42-jährige Mediziner muss sich unter anderem wegen Vergewaltigung mit Todesfolge verantworten. Der Angeklagte aus Halberstadt soll in insgesamt zehn Fällen Frauen heimlich und teilweise gegen ihren Willen Kokain gegeben und zum Teil mit ihnen Sex gehabt haben.

Eine Frau, der er im Februar dieses Jahres in Halberstadt während eines ansonsten einvernehmlichen sexuellen Kontakts Drogen verabreicht haben soll, starb der Anklage zufolge an einer Kokainvergiftung. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Arzt daher Vergewaltigung mit Todesfolge vor. Das Gericht hält auch eine Verurteilung wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen oder wegen Totschlags für möglich.

In neun weiteren Fällen soll der Angeklagte ebenfalls Frauen heimlich oder gegen ihren Willen Kokain gegeben und teilweise mit ihnen geschlafen haben. Eine der Frauen soll unter Drogeneinfluss Verkehrsunfälle gebaut haben. In anderen Fällen sollen die Frauen aufgrund des Drogenkonsums nicht mehr in der Lage gewesen sein, sich zu äußern, ob sie überhaupt Sex wollten oder nicht.

Der Angeklagte sitzt seit Ende März in Untersuchungshaft. Im Ermittlungsverfahren schwieg er zunächst zu den Vorwürfen. Am ersten Prozesstag sollten einem Gerichtssprecher zufolge zwei Zeugen gehört werden, darunter der Ehemann der gestorbenen Frau. Ein Urteil wird im November erwartet.


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