28.09.2018, 06:50 Uhr

Ottawa (AFP) Kanadas Parlament stimmt für Entzug der Ehrenstaatsbürgerschaft für Suu Kyi

Aung San Suu Kyi im September in Hanoi. Quelle: POOL/AFP/Archiv/KHAM (Foto: POOL/AFP/Archiv/KHAM)Aung San Suu Kyi im September in Hanoi. Quelle: POOL/AFP/Archiv/KHAM (Foto: POOL/AFP/Archiv/KHAM)

Myanmars De-facto-Regierungschefin wegen Rohingya-Verfolgung in der Kritik

Kanadas Parlament hat dafür gestimmt, Myanmars De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi die Ehrenstaatsbürgerschaft abzuerkennen. Die Kammer habe "einstimmig" einen Antrag angenommen, der Friedensnobelpreisträgerin diesen Status zu entziehen, sagte Adam Austen, Sprecher der kanadischen Außenministerin Chrystia Freeland, am Donnerstag. Suu Kyi hatte die seltene Ehre 2007 verliehen bekommen, als die damalige Oppositionsführerin unter Hausarrest stand.

Austen nannte Suu Kyis "hartnäckige Weigerung, den Völkermord an den Rohingya zu verurteilen", als Grund für die Aberkennung der rein symbolischen Ehrenstaatsbürgerschaft. "Wir werden die Rohingya weiterhin unterstützen", sagte der Ministeriumssprecher. Dies geschehe zum einen durch humanitäre Hilfe, zum anderen durch Sanktionen gegen Myanmars Generäle.

Suu Kyi leitet seit 2015 de facto die Regierungsgeschäfte in Myanmar. Ihr Schweigen zum brutalen Vorgehen des Militärs gegen die muslimische Minderheit der Rohingya hat zu Forderungen geführt, ihr den Friedensnobelpreis abzuerkennen. UN-Ermittler stuften die Verbrechen als Völkermord ein.

Von Suu Kyi hatte sich die internationale Gemeinschaft eine Verbesserung der Menschenrechtslage in Myanmar versprochen. Suu Kyi hatte selbst bis zum Ende der Militärherrschaft 2010 viele Jahre im Gefängnis und im Hausarrest verbracht, bevor sie ins Parlament gewählt wurde.

Die kanadische Ehrenstaatsbürgerschaft wurde bisher außer Suu Kyi nur fünf weiteren Menschen zuerkannt, darunter der Dalai Lama, Nelson Mandela und Malala Yousafzai.


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