27.09.2018, 15:01 Uhr

New York (AFP) Mazedonischer Präsident ruft zum Boykott von Referendum über Landesnamen auf


Bevölkerung entscheidet am Sonntag über Bezeichnung "Republik Nord-Mazedonien"

Der mazedonische Staatschef Gjorge Iwanow hat seine Landsleute aufgerufen, am Sonntag nicht am Volksentscheid über den künftigen Landesnamen teilzunehmen. Er habe seine Entscheidung getroffen: "Am 30. September werde ich nicht abstimmen gehen", erklärte Iwanow am Donnerstag in seiner Ansprache vor der UN-Vollversammlung in New York. Er sei überzeugt, dass auch seine Landsleute diese "weise Entscheidung" treffen würden, fügte der Präsident hinzu. Die Namensänderung nannte er einen "historischen Selbstmord".

Die Bevölkerung Mazedoniens muss am Sonntag entscheiden, ob sich das Land in "Republik Nord-Mazedonien" umbenennt. Mehr als 900.000 Stimmen werden gebraucht, um die Zielmarke von 50 Prozent für die Gültigkeit des Referendums zu überschreiten.

Von den Auslandmazedoniern haben sich bislang weniger als 3000 für die Abstimmung über den Namensstreit registriert. Die Mehrzahl der rund 300.000 ethnischen Albaner im Land dürfte für die Namensänderung stimmen.

Mit der Namensänderung soll ein seit 27 Jahren andauernder Streit mit Griechenland beigelegt werden. Bei Athen weckte der bisherige Name Befürchtungen, Mazedonien könnte Gebietsansprüche auf eine gleichnamige nordgriechische Provinz erheben. Griechenland blockierte deshalb bislang eine Aufnahme Mazedoniens in Nato und EU.


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