26.09.2018, 08:46 Uhr

Köln (AFP) Plädoyer der Anklage im Strafprozess um Einsturz von Kölner Stadtarchiv begonnen

Justitia. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Peter Steffen (Foto: dpa/AFP/Archiv/Peter Steffen)Justitia. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Peter Steffen (Foto: dpa/AFP/Archiv/Peter Steffen)

Vier Angeklagte müssen sich verantworten

Im Strafprozess um den verheerenden Einsturz des Kölner Stadtarchivs hat am Mittwoch die Staatsanwaltschaft ihren Schlussvortrag begonnen. Oberstaatsanwalt Torsten Elschenbroich sagte, bei dem Einsturz mit zwei Toten seien mehr als zwei Dutzend Menschen "nur mit knapper Not dem Tod entronnen". 36 Menschen hätten ihre Wohnung verloren. Durch den Einsturz habe der Hightechstandort Deutschland "beträchtlichen Schaden" erlitten. Fachleute hätten sich ob des Einsturzes verwundert die Augen gerieben.

In dem Prozess müssen sich seit Januar vier Angeklagte wegen fahrlässiger Tötung und teils auch wegen Baugefährdung verantworten. Es handelt sich um zwei Bauleiter privater Unternehmen und zwei Beschäftigte der Kölner Verkehrsbetriebe. Nach Abschluss der Plädoyers könnte das Verfahren vor dem Kölner Landgericht noch im Herbst zu Ende gehen.

Das Archivgebäude war am 3. März 2009 bei U-Bahnbauarbeiten eingestürzt. Zwei Anwohner starben, Unmengen Archivalien wurden unter Schuttbergen begraben. Laut Anklage waren Fehler beim U-Bahnbau Ursache für die Katastrophe. Die Verteidiger verweisen dagegen darauf, dass die Unglücksursache nicht zweifelsfrei feststehe.


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