26.09.2018, 06:58 Uhr

Berlin (AFP) Unionspolitiker stärken Merkel nach Abstimmungsniederlage den Rücken

Angela Merkel. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Kay Nietfeld (Foto: dpa/AFP/Archiv/Kay Nietfeld)Angela Merkel. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Kay Nietfeld (Foto: dpa/AFP/Archiv/Kay Nietfeld)

CDU-Vize Laschet: "Sie hat das Vertrauen der Fraktion"

Führende Unionspolitiker haben Bundeskanzlerin Angela Merkel nach der Niederlage von Volker Kauder (beide CDU) bei der Wahl des Unionsfraktionschefs den Rücken gestärkt. "Sie hat das Vertrauen der Fraktion", sagte der CDU-Vizevorsitzende und nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Mittwoch im ZDF-"Morgenmagazin". Es habe lediglich in der Frage des Vorsitzes einen Wunsch nach Veränderung gegeben.

Der von Merkel ausdrücklich unterstützte Amtsinhaber Kauder unterlag am Dienstag bei der Wahl des Vorsitzenden der Unionsfraktion unerwartet dem Herausforderer Ralph Brinkhaus (CDU). Merkel räumte nach der Abstimmung eine Niederlage ein.

Brinkhaus stehe zu Merkel, er wolle nur einen neuen Arbeitsstil in der Fraktion, sagte Laschet. Zudem gehöre der bisherige Fraktionsvize nicht zu denjenigen in der Union, die einen politischen Kurswechsel forderten. Forderungen aus der Opposition, Merkel müsse nun die Vertrauensfrage stellen, wies Laschet zurück.

Auch Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) betonte, das Abstimmungsergebnis sei kein "Erdbeben", sondern das Ergebnis einer fairen und demokratischen Abstimmung. Der CSU-Politiker wies die Forderungen nach der Vertrauensfrage im ZDF-"Morgenmagazin" ebenfalls zurück.

Brinkhaus habe klar gemacht, dass seine Kandidatur keine Kandidatur gegen die Politik von Merkel sei, hob der CDU-Abgeordnete Jürgen Hardt im SWR hervor. Es gebe in der Fraktion einen Wunsch nach Erneuerung, "das kann ich nachvollziehen und das wird das Verhältnis zwischen Ralph Brinkhaus und Angela Merkel nicht belasten".


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