25.09.2018, 17:07 Uhr

Washington (AFP) Erdogan kritisiert Wirtschaftssanktionen als "Waffe"


Ankara und die USA im Streit über inhaftierten US-Pastor Brunson

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat in einem Seitenhieb auf die USA Wirtschaftssanktionen als "Waffe" bezeichnet. In seiner Rede bei der UN-Generaldebatte in New York kritisierte Erdogan die "willkürliche Kündigung von Handelsabkommen, den sich ausbreitenden Protektionismus und die Anwendung von Wirtschaftssanktionen als Waffen". Zwar erwähnte Erdogan die USA nicht namentlich, verwies aber auf "Länder, die ständig versuchen, Chaos zu stiften". "Es ist sehr einfach, Chaos anzurichten, aber es ist schwierig, die Ordnung wieder herzustellen", sagte der türkische Präsident.

Die Beziehungen zwischen den USA und der Türkei sind angespannt. Im Zentrum des Konflikts zwischen beiden Ländern steht der US-Pastor Andrew Brunson. Brunson wurde im Oktober 2016 in der Türkei wegen Spionage- und Terrorvorwürfen inhaftiert und Ende Juli aus gesundheitlichen Gründen in den Hausarrest verlegt. Zuletzt lehnte ein Gericht im türkischen Izmir seine Freilassung erneut ab.

US-Präsident Donald Trump fordert seit langem Brunsons Freilassung. Anfang August verhängte er deshalb Sanktionen gegen zwei türkische Minister. Außerdem verdoppelte Trump die Zölle auf türkische Stahl- und Aluminiumimporte - und beschleunigte damit die Talfahrt der türkischen Lira.


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