25.09.2018, 09:52 Uhr

London (AFP) Medien: London nimmt EU-Bürgern nach Brexit bevorzugten Zugang zu Arbeitsmarkt

Premierministerin May. Quelle: AFP/Archiv/Ben STANSALL (Foto: AFP/Archiv/Ben STANSALL)Premierministerin May. Quelle: AFP/Archiv/Ben STANSALL (Foto: AFP/Archiv/Ben STANSALL)

Britische Regierung will EU-Bürger behandeln wie andere Ausländer auch

Die britische Regierung will EU-Bürgern nach dem Brexit laut Medienberichten keinen bevorzugten Zugang zu ihrem Arbeitsmarkt mehr gewähren. Das Kabinett habe am Montag einmütig beschlossen, dass Arbeitnehmer aus der EU künftig genauso behandelt werden sollten wie solche aus anderen Ländern, berichteten am Dienstag die BBC, die "Times" und der "Guardian". Ausschlaggebend für die Erteilung von Arbeitsgenehmigungen sollten die beruflichen Qualifikationen sein, nicht die Herkunft.

Bislang profitieren EU-Bürger von der Personenfreizügigkeit, wenn sie in Großbritannien arbeiten wollen. Innerhalb der EU können sie den Wohn- und Arbeitsort frei wählen. Nach dem für März 2019 geplanten Brexit fällt dieses Recht für Großbritannien weg. Die bereits in Großbritannien lebenden EU-Bürger sollen nach dem Willen der britischen Regierung aber nach dem Brexit bleiben dürfen.

Mit dem kolportierten Beschluss vom Montag folgte das britische Kabinett den Empfehlungen, die eine von der Regierung eingesetzte Kommission vergangene Woche vorgelegt hatte. Sie schlug vor, ausländische Arbeitnehmer mit besonders gefragten Qualifikationen zu bevorzugen, wobei kein Unterschied zwischen EU- und Nicht-EU-Bürgern gemacht werden solle.

Ein Regierungssprecher wollte die Berichte zunächst nicht bestätigen. Er kündigte lediglich an, dass ein System eingeführt werden solle, "das den Interessen des Vereinigten Königreichs am besten dient". In Großbritannien wird allgemein erwartet, dass Premierministerin Theresa May ihre Vorschläge zur Einwanderungspolitik kommende Woche beim Parteitag ihrer Konservativen vorstellen wird.

Inwieweit Großbritannien diese Vorstellung durchsetzen kann, wird aber zunächst offen bleiben. Das Land strebt für die Zeit nach dem Brexit Handelsvereinbarungen an, unter anderem mit der EU. Die EU-Seite könnte in den Verhandlungen darauf bestehen, dass Arbeitnehmer aus der Union weiterhin bevorzugten Zugang zum britischen Arbeitsmarkt bekommen, wenn Großbritannien den gewünschten Zugang zum EU-Binnenmarkt beibehalten will.


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