24.09.2018, 08:34 Uhr

Berlin (AFP) Greenpeace bezeichnet geplante Rodungen in Hambacher Forst als unzulässig

Proteste am Hambacher Forst. Quelle: AFP/Archiv/Patrik STOLLARZ (Foto: AFP/Archiv/Patrik STOLLARZ)Proteste am Hambacher Forst. Quelle: AFP/Archiv/Patrik STOLLARZ (Foto: AFP/Archiv/Patrik STOLLARZ)

Umweltschützer legen Gutachten vor - Vorgaben im Oktober noch nicht erfüllt

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat die von Energiekonzern RWE geplante Rodung im Hambacher Forst als rechtlich unzulässig bezeichnet. Die Erlaubnis sei an "konkrete Auflagen" gebunden, die derzeit nicht gegeben seien, erklärte die Organisation am Montag in Berlin unter Berufung auf ein von ihr in Auftrag gegebenes Gutachten einer Rechtsanwältin.

Laut Hauptbetriebsplan und Braunkohleplan sei die Rodung erlaubt, wenn dies für den Betrieb des Braunkohletagebaus "erforderlich" beziehungsweise "unerlässlich" sei, teilte Greepeace mit. RWE selbst habe eingeräumt, dass eine "betriebliche Notwendigkeit" dazu erst ab dem 15. Dezember bestehe. Der Konzern hatte angekündigt, Mitte Oktober mit der Rodung der Bäume in dem Gebiet zu beginnen.

RWE will damit seinen angrenzenden Braunkohletagebau Hambach erweitern, der große Kraftwerke versorgt. Umweltschützer wollen dies verhindern und fordern ein Ende der Kohleverstromung. In dem teilweise von Kohlegegnern besetzten Hambacher Forst war am Mittwoch ein Journalist aus großer Höhe von einer Hängebrücke an einem Baumhaus gestürzt und dabei ums Leben gekommen. Daraufhin wurde die Räumung der Baumhäuser durch die Polizei ausgesetzt.

Greenpeace verwies am Montag zudem auf eine Stellungnahme eines Beratungsunternehmens. Dieses habe Satellitenbilder ausgewertet und Maßnahmen identifiziert, mit denen der Tagebau weiterbetrieben werden könne, ohne dafür schon in diesem Jahr Bäume fällen zu müssen. "RWE heizt im Hambacher Forst eine Konflikt samt teurem Polizeieinsatz an, dabei darf der Konzern nach geltendem Recht gar nicht roden", erklärte Greenpeace- Experte Karsten Smid.


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