23.09.2018, 12:47 Uhr

Beirut (AFP) Syrisches Rebellenbündnis stimmt russisch-türkischem Plan für Idlib zu

Rebellen in Idlib. Quelle: AFP/Archiv/Aaref WATAD (Foto: AFP/Archiv/Aaref WATAD)Rebellen in Idlib. Quelle: AFP/Archiv/Aaref WATAD (Foto: AFP/Archiv/Aaref WATAD)

Protürkische Nationale Befreiungsfront will aber nicht ihre Waffen abgeben

Von der Türkei unterstützte Rebellen in Syrien haben dem russisch-türkischen Plan zur Einrichtung einer demilitarisierten Zone in der Provinz Idlib zugestimmt. Das Rebellenbündnis Nationale Befreiungsfront kündigte am Samstagabend seine "uneingeschränkte Zusammenarbeit" mit der Türkei an, um eine Offensive der syrischen Regierungstruppen auf die Rebellenhochburg zu verhindern. Ihre Waffen wollen die Aufständischen allerdings nicht abgeben. Eine islamistische Rebellengruppe lehnte den Plan ab.

Die Nationale Befreiungsfront sagte in einer Erklärung ihre "uneingeschränkt Zusammenarbeit mit unserem türkischen Verbündeten" zu, um dessen "Bemühungen, Zivilisten vor den Leiden des Krieges zu bewahren, zu einem Erfolg zu machen".

Zugleich äußerte das Bündnis Zweifel an der Bereitschaft der Regierung von Syriens Machthaber Baschar al-Assad und ihrer Verbündeten, sich an die vor einer Woche erzielte Vereinbarung zu halten.

Die Nationale Befreiungsfront bleibe "in Alarmbereitschaft hinsichtlich jeglichen Betrugs durch die Russen, das Regime oder die Iraner", erklärten die Rebellen. "Wir werden nicht unsere Waffen, unser Land oder unsere Revolution aufgeben." Die protürkischen Rebellen befürchten demnach, dass die Vereinbarung nur "vorläufig" ist.

Russlands Präsident Wladimir Putin und der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan hatten sich am Montag in der russischen Schwarzmeerstadt Sotschi auf die Schaffung einer demilitarisierten Zone in der nordwestlichen Provinz Idlib geeinigt. Eine Großoffensive auf die Rebellenhochburg mit potenziell katastrophalen Folgen für die Einwohner wurde damit womöglich abgewendet.

Die Pufferzone soll 15 bis 20 Kilometer breit sein und ab Mitte Oktober hufeisenförmig zwischen den Gebieten von Rebellen und Regierungstruppen verlaufen. Vorgesehen ist, dass alle Konfliktparteien bis zum 10. Oktober ihre schweren Waffen aus dem Gebiet abziehen. Auch "radikale Kämpfer" sollen die Zone bis zum 15. Oktober verlassen.

Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, die ihre Informationen von Aktivisten vor Ort bezieht, kontrollieren neben der Nationalen Befreiungsfront auch die islamistische Rebellengruppe Hurras al-Din und die Dschihadistenallianz Hajat Tahrir al-Scham (HTS) Gebiete in der geplanten Pufferzone.

Hurras al-Din will die Vereinbarung von Sotschi nicht akzeptieren. Die Gruppe lehne solche "Verschwörungen" ab, hieß es am Samstag in einer Erklärung, die in Online-Netzwerken verbreitet wurde.

Die HTS-Miliz, die mehr als die Hälfte der letzten großen syrischen Rebellenhochburg Idlib kontrolliert, äußerte sich bis Sonntag nicht zu dem russisch-türkischen Plan. Im August hatte HTS-Anführer Abu Mohamed al-Dscholani Rebellengruppen davor gewarnt, ihre Waffen auszuhändigen.


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