21.09.2018, 12:35 Uhr

Berlin (AFP) Umstrittenes Kunstprojekt mit Nachbau der Berliner Mauer vor dem Aus

Nachbau der Berliner Mauer für Kunstprojekt vor dem Aus. Quelle: dpa/AFP/Jörg Carstensen (Foto: dpa/AFP/Jörg Carstensen)Nachbau der Berliner Mauer für Kunstprojekt vor dem Aus. Quelle: dpa/AFP/Jörg Carstensen (Foto: dpa/AFP/Jörg Carstensen)

Verwaltung will wegen Sicherheitsbedenken keine Genehmigung erteilen

Ein ab Mitte Oktober geplantes umstrittenes Kunstprojekt, bei dem die Berliner Mauer nachgebaut werden sollte, steht vor dem Aus. Die Berliner Senatsverwaltung für Verkehr teilte am Freitag mit, dass das "Dau"-Projekt aus Sicherheitsgründen nicht genehmigt werden könne. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) bedauerte die Absage. Die Berliner Festspiele als Veranstalter wollen sich allerdings weiter um eine Genehmigung bemühen.

Das Kunst- und Filmprojekt sah unter anderem vor, die Berliner Mauer am Boulevard Unter den Linden nachzubauen. Das Projekt sollte vom 12. Oktober bis zum 9. November, dem Tag der Mauerfalls, dauern. Es sollte eine Debatte über Freiheit, Totalitarismus und Überwachung auslösen. Kritiker bemängelten, in der DDR begangenen Verbrechen würden verharmlost.

Bei dem umstrittenen Vorhaben sollten Besucher sich wie in der DDR fühlen, indem sie etwa ein "Visum" beantragen oder ihr Handy am Eingang abgeben. Um die gesamte Installation herum wollten die Veranstalter mit 900 Betonteilen von jeweils 3,60 Meter Höhe eine "baugleiche Rekonstruktion der originalen Berliner Mauer" errichten.

Nach Angaben eines Sprechers der Berliner Senatsverwaltung für Verkehr hatte die Absage nichts mit dem Projekt zu tun. In der Kürze der Zeit seien die Genehmigungen nicht möglich gewesen.

Kulturstaatsministerin Grütters erklärte, sie sei "enttäuscht", dass das Projekt derzeit nicht ermöglicht werden könne. Sie bedaure die Absage sehr. Die Debatte im Vorfeld des Experiments habe "bedenklich hitzige und von Vorurteilen geprägte Züge" getragen, kritisierte Grütters.

Die Berliner Festspiele als Veranstalter erklärten, sie hätten keine Absagen von den Behörden erhalten. Ihnen sei mitgeteilt worden, dass ihnen keine Erlaubnis in Aussicht gestellt werden könne. Dies stelle keine formelle Ablehnung des Antrags dar. Die Veranstalter wollen sich nach eigenen Angaben nun bemühen, fehlende Unterlagen vorzulegen.


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