19.09.2018, 18:14 Uhr

Salzwedel (AFP) Österreichs Ex-Kanzler Kern bringt sich als Europa-Spitzenkandidat ins Gespräch

Christian Kern: Von Wien nach Brüssel? Quelle: AFP/Archiv/JOHN THYS (Foto: AFP/Archiv/JOHN THYS                     )Christian Kern: Von Wien nach Brüssel? Quelle: AFP/Archiv/JOHN THYS (Foto: AFP/Archiv/JOHN THYS )

Sozialdemokrat wirbt in Salzburg um Unterstützung

Der frühere österreichische Bundeskanzler Christian Kern hat sich als Spitzenkandidat der europäischen Sozialdemokraten für die Europawahl im kommenden Jahr ins Gespräch gebracht. Auf die Frage eines Journalisten zur Spitzenkandidatur sagte Kern am Mittwoch in Salzburg: "Sie verstehen mich richtig, dass ich dafür zur Verfügung stehe, aber es gibt andere Kandidaten auch."

Sein Ziel sei es, die europäische Sozialdemokratie wieder zu stärken, sagte der SPÖ-Politiker, der in Salzburg am Rande des EU-Gipfels für seine Kandidatur warb. "Wir haben eine Auseinandersetzung zu führen mit Kräften, die Europa zerstören wollen." Kern war 2016 österreichischer Bundeskanzler geworden, musste das Amt aber im Jahr darauf an den Konservativen Sebastian Kurz abgeben.

Bislang hat lediglich der slowakische EU-Vizekommissionspräsident Maros Sefcovic offiziell Anspruch auf den Posten des Spitzenkandidaten der Fraktion der Progressiven Allianz der Sozialdemokraten (S&D) angemeldet. Als weitere mögliche Bewerber gelten Kommissionsvizepräsident Frans Timmermans aus den Niederlanden und der französische Währungskommissar Pierre Moscovici. Die Sozialdemokraten bestimmen ihren Spitzenkandidaten am 7. und 8. Dezember in Lissabon.

Die S&D ist die zweitgrößte Gruppe im Europaparlament nach der Fraktion der Europäischen Volkspartei (EVP). Die EVP will ihren Spitzenkandidaten am 7. und 8. November in Helsinki küren. Der CSU-Politiker und EVP-Fraktionsvorsitzende Manfred Weber ist bisher der einzige Bewerber. Der Spitzenkandidat der Europawahl könnte im Erfolgsfall die Nachfolge von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker antreten.


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