19.09.2018, 09:25 Uhr

Düsseldorf (AFP) NRW-Landtag bekennt sich erstmals zu Behördenfehlern beim Gladbecker Geiseldrama

Gedenkstätte für getötete Geisel Silke Bischoff in NRW. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Rolf Vennenbernd (Foto: dpa/AFP/Archiv/Rolf Vennenbernd)Gedenkstätte für getötete Geisel Silke Bischoff in NRW. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Rolf Vennenbernd (Foto: dpa/AFP/Archiv/Rolf Vennenbernd)

Resolution mit Entschuldigung bei Angehörigen der Opfer einstimmig angenommen

Gut 30 Jahre nach dem Geiseldrama von Gladbeck hat der Landtag in Düsseldorf erstmals die nordrhein-westfälischen Behördenfehler während der 54-stündigen Geiselnahme anerkannt und die Angehörigen der drei Todesopfer um Entschuldigung gebeten. Eine entsprechende Resolution von CDU, SPD, FDP und Grünen nahm das Landesparlament am Mittwoch einstimmig an, wie die Landtagspressestelle in Düsseldorf mitteilte.

"Wir erkennen die Verantwortung Nordrhein-Westfalens für die gemachten Fehler an", heißt es in der Resolution. "30 Jahre nach den Ereignissen ist es an der Zeit, sich zu dieser Verantwortung zu bekennen und im Namen des Landes die Angehörigen der drei Todesopfer und die weiteren Betroffenen um Entschuldigung zu bitten." Der Düsseldorfer Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte bereits bei einer Gedenkveranstaltung im August zum 30. Jahrestag des Verbrechens die Angehörigen der Opfer um Vergebung gebeten.

Während der Geiselnahme nach einem Banküberfall am 16. August 1988 in Gladbeck hatte die Polizei zahlreiche Gelegenheiten verstreichen lassen, die vorbestraften Kriminellen Hans-Jürgen Rösner und Dieter Degowski auszuschalten. Bei dem Verbrechen wurden der 15-jährige Emanuele de Giorgi und die 18-jährige Silke Bischoff getötet. Der 31-jährige Polizist Ingo Hagen kam während des Einsatzes bei einem Verkehrsunfall ums Leben.


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