18.09.2018, 13:18 Uhr

Jülich (AFP) Schnellster deutscher Supercomputer nimmt im Forschungszentrum Jülich Arbeit auf

Superrechner "Juwels" im Forschungszentrum Jülich. Quelle: dpa/AFP/Marius Becker (Foto: dpa/AFP/Marius Becker)Superrechner "Juwels" im Forschungszentrum Jülich. Quelle: dpa/AFP/Marius Becker (Foto: dpa/AFP/Marius Becker)

"Juwels" schafft bereits zwölf Billiarden Rechenoperationen pro Sekunde

Der schnellste Supercomputer Deutschlands hat am Dienstag im Forschungszentrum Jülich offiziell seine Arbeit aufgenommen. Bundesforschungsministerin Anja Karliczek und Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (beide CDU) nahmen den ersten Baustein des neuartigen "Juwels"-Superrechner gemeinsam mit dem Vorstand der im Rheinland gelegenen Forschungseinrichtung in Betrieb, wie das Forschungszentrum mitteilte.

Bereits jetzt kommt "Juwels" auf eine theoretische Spitzenleistung von zwölf Petaflops - das sind nach Angaben der Experten zwölf Billiarden Rechenoperationen pro Sekunde, was in etwa der Rechenleistung von 60.000 modernen PCs entspricht. Für 2019 ist eine Erweiterung geplant, die die Rechenleistung von "Juwels" noch einmal deutlich erhöhen wird.

"Juwels" ist ein sogenannter modularer Computer, der aus verschiedenen spezialisierten Rechnerbausteinen besteht, die sich je nach Bedarf zusammenschalten lassen. Zudem gehört das aktuelle "Kronjuwel" des Jülich Supercomputing Centre (JSC) dank seiner neuartigen Warmwasserkühlung zu den energieeffizientesten Rechnern weltweit.

Schon mit dem nun in Betrieb genommenen ersten Modul steht "Juwels" aktuell als Nummer eins der deutschen Rechner auf der Top-500-Liste der schnellsten Computer der Welt.

Der Bund und das Land Nordrhein-Westfalen engagieren sich bis zum Jahr 2025 mit mehr als 145 Millionen Euro für die Weiterentwicklung des Supercomputings der internationalen Spitzenklasse in Jülich. Die Rechenleistung von Supercomputern wird genutzt, um komplexe Schlussfolgerungen aus gigantischen Datenmengen zu ziehen.

Ein Haupteinsatzgebiet ist die Simulation hochkomplexer dynamischer Systeme - etwa in der Klimaforschung oder der Quantenphysik. Sie betätigen sich zunehmend aber auch auf dem Feld der sogenannten künstlichen Intelligenz und des sogenannten Maschinenlernens.


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