18.09.2018, 00:41 Uhr

Berlin (AFP) Greenpeace fordert "politische Lösung" im Konflikt um den Hambacher Forst

Räumung im Hambacher Wald. Quelle: dpa/AFP/Oliver Berg (Foto: dpa/AFP/Oliver Berg)Räumung im Hambacher Wald. Quelle: dpa/AFP/Oliver Berg (Foto: dpa/AFP/Oliver Berg)

Geschäftsführer Kaiser: Merkel muss mit Laschet reden

Vor dem Hintergrund der geplanten Rodungen im Hambacher Wald hat die Umweltschutzorganisation Greenpeace eine politische Lösung gefordert. Er hoffe, dass bei Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) "Vernunft einkehrt und er diesen Konflikt nicht mit der Brechstange durchsetzen lässt", sagte Greenpeace-Geschäftsführer Martin Kaiser am Montag der Nachrichtenagentur AFP. Hier müsse Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit Laschet sprechen, "um eine politische Lösung hinzubekommen".

Im Hambacher Forst laufen seit mehreren Tagen Räumungsaktionen von Baumhäusern, die von Protesten begleitet werden. Am Sonntag hatte es bei dem Großeinsatz gegen Waldbesetzer und Demonstranten in dem Wald Zusammenstöße zwischen ihnen und der Polizei gegeben. Der Energiekonzern RWE will im Oktober mit der Rodung eines weiteren Waldstücks beginnen, um seinen angrenzenden Braunkohletagebau Hambach zu erweitern.

"Ein Abholzen ist aus unserer Sicht nicht notwendig", sagte Kaiser AFP zu den Plänen. Zugleich erneuerte er die Forderung an die Landesregierung und den Konzern RWE nach einem Aussetzen der Räumungen und Rodungen, solange die Kohlekommission tagt. In der Zeit müsse geklärt werden, "was der gesellschaftliche Gesamtkonsens zur Frage Kohleausstieg für den Hambacher Wald bedeutet". Kaiser ist selbst Mitglied der Kommission. Sie soll bis zum Jahresende einen Plan zum Kohleausstieg vorlegen, am Dienstag tagt sie erneut.

Er habe "den Eindruck, dass RWE kein Interesse hat an einem Gesamtkonsens", sagte Kaiser, der bei Greenpeace die Kampagnen leitet. "Jetzt ist die Politik gefragt, den Konzern zur Vernunft zu bringen."


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