17.09.2018, 14:02 Uhr

Sotschi (AFP) Putin und Erdogan beraten in Sotschi erneut über Syrien-Konflikt


Zeitung: Türkei rüstet Beobachtungsposten in syrischer Provinz Idlib auf

Russlands Präsident Wladimir Putin und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sind am Montag in Sotschi zu Beratungen über den Syrien-Konflikt zusammengekommen. Putin sagte zu Beginn des Treffens in der russischen Schwarzmeerstadt, Erdogan und er hätten "viele Themen" zu besprechen, darunter auch einige "schwierige". Es gehe darum, "Lösungen" für Probleme zu finden, für die es bisher keine Lösungen gebe.

Erdogan sagte, "nicht nur die Region, sondern die ganze Welt" richte ihre Augen auf das Treffen in Sotschi, das der Region "neue Hoffnung" geben werde.

Die Türkei versucht derzeit, eine Offensive der syrischen Regierungstruppen auf die Rebellenhochburg Idlib zu verhindern. Ein Gipfeltreffen zwischen der Türkei, Russland und dem Iran am 7. September hatte keine Annäherung gebracht. Experten halten es für möglich, dass bei den andauernden Gesprächen Kompromisse erzielt werden und die erwartete Offensive weiter hinausgezögert wird.

Russland unterstützt im Syrien-Konflikt den syrischen Machthaber Baschar al-Assad, seit 2015 auch militärisch. Die Türkei steht hingegen auf der Seite der Rebellen. Derzeit bereitet sich die syrische Armee auf eine Offensive auf die Provinz Idlib vor, die überwiegend von islamistischen Kämpfern kontrolliert wird. Da es die letzte Rebellenhochburg in Syrien ist, werden erbitterte Gefechte und eine Massenflucht erwartet, vermutlich auch in die Türkei.

Erdogan will eine Offensive auf Idlib daher unbedingt verhindern. Russland unterstützt dagegen einen Angriff auf die Provinz, um die "Terroristen" dort zu besiegen. Russlands Außenminister Sergej Lawrow hatte am Freitag bei einem Besuch in Berlin gesagt, es sei keine Großoffensive auf Idlib geplant. Russland werde zudem alles unternehmen, um ein Leiden der Zivilbevölkerung zu verhindern. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin bekräftigte am Montag, dass eine "humanitäre Katastrophe" in Idlib verhindert werden müsse.

Am Sonntag hat die Türkei einem Medienbericht zufolge bereits einen ihrer Beobachtungsposten in Idlib stark aufgerüstet. Wie die Zeitung "Hürriyet" am Montag berichtete, brachte ein Konvoi von 50 Militärfahrzeugen Panzer und andere militärische Ausrüstung zu dem Beobachtungsposten in Dschisr al-Schughur im Südwesten von Idlib. Es handelte sich demnach um die größte militärische Verstärkung der Türkei in der nordsyrischen Provinz seit Anfang September.

Die Türkei unterhält in Idlib zwölf Beobachtungsposten, um die Einhaltung einer Waffenruhe zwischen den syrischen Regierungstruppen und Rebellen zu überwachen, die dort mit Russland und dem Iran vereinbart worden war. Auf den Beobachtungsposten sind mehrere hundert türkische Soldaten stationiert.


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