17.09.2018, 09:02 Uhr

Berlin (AFP) IG BAU erwartet "deutlich zu schwaches Wohnungsbaujahr 2018"

Wohnungsbau in Hannover. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Ole Spata (Foto: dpa/AFP/Archiv/Ole Spata)Wohnungsbau in Hannover. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Ole Spata (Foto: dpa/AFP/Archiv/Ole Spata)

Gewerkschaft fordert vor Wohngipfel am Freitag Kurswechsel

In Deutschland werden nach Schätzungen der IG BAU in diesem Jahr deutlich zu wenig neue Wohnungen gebaut. Es werde nicht einmal die Marke von 300.000 Neubauwohnungen erreicht, warnte die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt am Montag mit Blick auf den Wohngipfel im Kanzleramt am Freitag. Die bisherigen Zahlen deuteten auf ein "deutlich zu schwaches Wohnungsbaujahr" hin. Die Gewerkschaft forderte einen Kurswechsel in der Wohnungsbaupolitik.

An dem Wohngipfel am Freitag nehmen Vertreter von Bund, Ländern und Kommunen, die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, der Mieterbund, die Gewerkschaften und die Bauwirtschaft teil. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bekräftigte am Wochenende das Ziel der Bundesregierung, in dieser Legislaturperiode 1,5 Millionen neue Wohnungen zu haben.

Dafür müssten pro Jahr 375.000 Wohnungen gebaut werden, mahnte IG-BAU-Chef Robert Feiger. Ihr erstes Regierungsjahr werde die große Koalition nun schon mit einem Defizit von 75.000 Wohnungen abschließen. Damit liege die Messlatte dann aber ab 2019 schon bei jährlich 400.000 Neubauwohnungen.

Der Bund müsse deshalb wesentlich mehr Geld in die Hand nehmen und verlässliche Rahmenbedingungen für die Bauwirtschaft schaffen, forderte Feiger. Der Wohnungsbau sei "kein Saisonmotor, den man beliebig an- und ausschalten kann". Produktionskapazitäten müssten aufgebaut und auch Fachkräfte ausgebildet werden. Zeitlich begrenzte Maßnahmen wie eine steuerliche Sonderabschreibung bis Ende 2021 oder das Baukindergeld gäben keine Perspektive.

Feiger will sich nach eigenen Worten beim Wohngipfel auch für eine massive Erhöhung der Gelder für den sozialen Wohnungsbau einsetzen. Für 80.000 Sozialwohnungen, die pro Jahr mindestens gebraucht würden, müssten Bund und Länder zusammen mehr als sechs Milliarden Euro investieren. Feiger plädierte zudem dafür, die Anschaffung von Wohneigentum für untere und mittlere Einkommen staatlich zu fördern.


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