17.09.2018, 04:03 Uhr

London (AFP) Paar in Salisbury nach "medizinischem Zwischenfall" erkrankt

Absperrung in Salisbury. Quelle: AFP/NIKLAS HALLE'N (Foto: AFP/NIKLAS HALLE'N)Absperrung in Salisbury. Quelle: AFP/NIKLAS HALLE'N (Foto: AFP/NIKLAS HALLE'N)

Polizei: Nichts deutet auf Einsatz von Nowitschok hin

Erneuter Zwischenfall in Salisbury: In der südenglischen Stadt sind am Sonntag zwei Menschen nach einem Restaurantbesuch erkrankt - Krankenwagen und ein Spezialeinsatzteam waren vor Ort, die Polizei riegelte das Gebiet rund um das Lokal ab. In der Nacht zum Montag teilte die Polizei mit, es deute nichts darauf hin, dass das Paar dem Nervengift Nowitschok ausgesetzt war.

"Angesichts der jüngsten Ereignisse in der Stadt und der Sorge, dass das Paar einer unbekannten Substanz ausgesetzt war, gingen alle Rettungsdienste mit äußerster Vorsicht an den Fall heran", teilte die Polizei in der Grafschaft Wiltshire in der Nacht mit. "Wir können nun bestätigen, dass nichts darauf hindeutet, dass Nowitschok die Substanz ist."

Bei dem erkrankten Paar handelt es sich den Angaben zufolge um einen Mann im Alter zwischen 40 und 50 Jahren und eine Frau zwischen 30 und 40 Jahren. Beide wurden laut Polizei in ein Krankenhaus eingeliefert, wo sie zunächst weiter zur Beobachtung blieben.

Noch sei unklar, ob ein Verbrechen begangen wurde, teilte die Polizei weiter mit. Der Vorfall werde aber nicht mehr als schwerwiegend eingestuft, die Ermittlungen dauerten an.

Die Polizei hatte zunächst von einem "medizinischen Zwischenfall" gesprochen und das Restaurant und mehrere umliegende Straßen abgeriegelt. Später wurde ein Teil der Absperrungen wieder aufgehoben, ein Sperrkreis um das Restaurant wurde aber zunächst aufrechterhalten.

In Salisbury waren Anfang März der russische Ex-Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter mit dem in der Sowjetunion entwickelten Nervengift Nowitschok vergiftet worden. Beide wurden schwer verletzt und entkamen nur knapp dem Tod. Vier Monate später kamen ein 45-jähriger Brite und seine 44-jährige Partnerin mit dem Gift in Berührung. Die Frau starb wenige Tage später, der Mann erblindete.

Die britische Regierung macht den russischen Präsidenten Wladimir Putin für den Anschlag auf die Skripals verantwortlich und wird in dieser Haltung von ihren wichtigsten westlichen Verbündeten unterstützt. Der Kreml weist jegliche Verantwortung zurück.


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