30.08.2018, 13:23 Uhr

Wismar (AFP) Migrant in Mecklenburg-Vorpommern zusammengeschlagen und beschimpft

Polizeisirene. Quelle: AFP/Johannes Eisele (Foto: AFP/Johannes Eisele)Polizeisirene. Quelle: AFP/Johannes Eisele (Foto: AFP/Johannes Eisele)

20-Jähriger von drei Angreifern attackiert

In Wismar in Mecklenburg-Vorpommern ist ein Migrant zusammengeschlagen und ausländerfeindlich beschimpft worden. Der 20-Jährige befand sich am späten Mittwochabend allein auf dem Heimweg, als er "durch drei Deutsch sprechende Tatverdächtige angehalten und ausländerfeindlich" beschimpft wurde, wie die Polizei in der Nacht zum Donnerstag mitteilte.

Zwei der Verdächtigen schlugen dem jungen Mann dann ins Gesicht, der dritte schlug ihm mit einer Eisenkette gegen Schulter und Rippen, wie die Polizei weiter mitteilte. Dadurch ging der 20-Jährige zu Boden. Dort wurde er durch die drei Angreifer getreten. Anschließend flüchteten die Tatverdächtigen. Das Opfer erlitt den Angaben zufolge eine Nasenbeinfraktur, Hämatome im Gesicht und am Oberkörper. Die Polizei ermittelt und sucht Zeugen.

Landesinnenminister Lorenz Caffier (CDU) erklärte, die Polizei werde "alles daran setzen, alle Täter zu ermitteln". Dazu werde eine Sonderkommission eingerichtet. "Sollte sich tatsächlich ein rechtsextremistischer Hintergrund dieser feigen Tat bestätigen, macht mich das umso fassungsloser", erklärte Caffier. Aber es bestärke ihn, weiter "konsequent gegen die geistigen Brandstifter vorzugehen und diejenigen beim Namen zu nennen, die aus solchen Taten auch noch politisches Kapital schlagen wollen."

Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) zeigte sich "entsetzt über den brutalen und feigen Angriff". "Wir dürfen nicht zulassen, dass eine fremdenfeindliche Stimmung um sich greift, die Wegbereiterin solcher Taten ist", erklärte sie. Es sei "neben der staatlichen Ebene auch die Zivilgesellschaft gefordert, offensiv für unsere Werte von Freiheit, Weltoffenheit, Akzeptanz und Solidarität einzutreten."


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