27.08.2018, 12:31 Uhr

Wiesbaden (AFP) Hessen legt Berufung gegen Urteil zu Entschädigung für antiken Pferdekopf ein

Antiker Pferdekopf im Römerkastell Saalburg in Hessen. Quelle: dpa/AFP/Arne Dedert (Foto: dpa/AFP/Arne Dedert)Antiker Pferdekopf im Römerkastell Saalburg in Hessen. Quelle: dpa/AFP/Arne Dedert (Foto: dpa/AFP/Arne Dedert)

Landgericht Limburg sprach Landwirt knapp 800.000 Euro zu

Der Rechtsstreit um den vor fast zehn Jahren in Hessen entdeckten antiken römischen Pferdekopf geht weiter. Das Land legte vor dem Oberlandesgericht Frankfurt am Main Berufung gegen ein Urteil des Landgerichts Limburg ein, wonach ein Bauer für den archäologischen Fund auf seinem Grundstück 773.000 Euro erhalten soll, wie eine Sprecherin des hessischen Kunst- und Wissenschaftsministerium am Montag in Wiesbaden sagte.

Das Land sehe seine Rechtsposition nicht ausreichend berücksichtigt, begründete die Ministeriumssprecherin den Schritt. Wann es in Frankfurt zu einem Prozess kommt, ist noch nicht abzusehen.

Der 15 Kilogramm schwere und 59 Zentimeter lange römische Pferdekopf aus vergoldeter Bronze war im Jahr 2009 bei Grabungen in Waldgirmes in etwa elf Metern Tiefe in einem Holzfass gefunden worden. Es lag unter Mühlsteinen begraben am Boden eines einstigen Brunnenschachts.

Der Pferdekopf war Teil einer vergoldeten bronzenen Reiterstatue aus der römischen Kaiserzeit mit - vermutlich - Kaiser Augustus im Sattel. Er ist seit wenigen Tagen im Römerkastell Saalburg bei Bad Homburg ausgestellt.

Im Jahr 2016 erhielt der Landwirt bereits 48.000 Euro als Enteignungsentschädigung. Ende Juli entschied das Landgericht Limburg, dass das Land ihm 773.000 Euro zahlen soll.

Aufgrund des bei der Entdeckung des Funds geltenden hessischen Denkmalschutzgesetzes steht dem Eigentümer des Grundstücks eine Entschädigung von 50 Prozent des Werts zu, den der Pferdekopf besitzt. Nachdem sich die hessischen Behörden und der Landwirt nicht auf eine Entschädigungshöhe einigen konnten, ging der Fall vor Gericht.


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