25.08.2018, 23:08 Uhr

Washington (AFP) US-Demokraten verringern Einfluss von Superdelegierten im Nominierungsprozess

Die Demokraten reagieren auf Kritik am Vorwahl-Sieg von Hillary Clinton. Quelle: AFP/Archiv/MOLLY RILEY (Foto: AFP/Archiv/MOLLY RILEY)Die Demokraten reagieren auf Kritik am Vorwahl-Sieg von Hillary Clinton. Quelle: AFP/Archiv/MOLLY RILEY (Foto: AFP/Archiv/MOLLY RILEY)

Nach Kritik von Sanders-Anhängern am Vorwahl-Sieg von Clinton

Fast zwei Jahre nach dem Sieg von Donald Trump bei der Präsidentschaftswahl in den USA haben die oppositionellen Demokraten ihren Nominierungsprozess für Kandidaten verändert. Das Demokratische Nationalkomitee (DNC) stimmte am Samstag dafür, den Einfluss sogenannter Superdelegierten beim Nominierungsparteitag zu begrenzen. Die Partei reagierte damit auf Beschwerden von Anhängern des linksgerichteten Senators Bernie Sanders, der bei den Vorwahlen der Demokraten für die Wahl 2016 gegen Ex-Außenministerin Hillary Clinton unterlegen war.

In den USA bestimmen Demokraten und Republikaner ihre Präsidentschaftskandidaten in Vorwahlen in den einzelnen Bundesstaaten. Je besser ein Präsidentschaftsbewerber in einem Bundesstaat abschneidet, desto mehr Delegierte darf er aus diesem Staat zum Nominierungsparteitag schicken. Die meisten Delegierten sind in ihrem Abstimmungsverhalten an die Vorwahlergebnisse aus ihrem Heimatstaat gebunden.

Bei den Demokraten gibt es aber noch die Superdelegierten: Dabei handelt es sich um aktuelle oder frühere Amtsträger, die in ihrem Votum über den Kandidaten nicht an die Ergebnisse der Vorwahlen gebunden sind.

In den Vorwahlen für die Präsidentschaftswahl 2016 sammelte Clinton mehr Delegiertenstimmen als Sanders. Dessen Anhänger kritisierten aber, dass sich viele Superdelegierte schon früh hinter die ehemalige Außenministerin und First Lady gestellt hatten und sie damit schon vor dem Parteitag praktisch als Kandidatin feststand.

Das DNC entschied nun, dass die Superdelegierten auf den Nominierungsparteitagen künftig nicht mehr in der ersten Wahlrunde abstimmen dürfen. Bisher war die erste Wahlrunde fast immer entscheidend gewesen. Sanders lobte die Entscheidung im Kurzbotschaftendienst Twitter als "wichtigen Schritt nach vorne", um die Demokratische Partei "offener" und "demokratischer" zu machen.

Sanders war mit seiner Bewerbung für die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten 2016 zu einer Ikone der US-Linken geworden. Besonders von jungen Leuten erhielt er viel Zulauf. Seine Konkurrentin Clinton hatte unerwartet große Mühe, sich als Präsidentschaftskandidatin gegen Sanders durchzusetzen. Bei der Wahl im November 2016 verlor sie dann gegen Trump.


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