24.08.2018, 10:53 Uhr

Lübeck (AFP) Angreifer aus Lübecker Linienbus von Gefängnis in Psychiatrie verlegt

Polizisten am Tatort. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Markus Scholz (Foto: dpa/AFP/Archiv/Markus Scholz)Polizisten am Tatort. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Markus Scholz (Foto: dpa/AFP/Archiv/Markus Scholz)

Mann ist nach Einschätzung von Gutachter schizophren und schuldunfähig

Rund einen Monat nach einer Messer- und Brandattacke in einem Bus in Lübeck ist der Angreifer aus der Untersuchungshaft in eine psychiatrische Klinik verlegt worden. Nach erster Einschätzung eines Gutachters leide er an einer paranoiden Schizophrenie und sei bei der Tat daher nach derzeitigen Erkenntnissen auch nicht schuldfähig gewesen, erklärte die Staatsanwaltschaft der schleswig-holsteinischen Stadt am Freitag.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wies das zuständige Gericht den 34-Jährigen daher in eine geschlossene Fachklinik ein. Zunächst war er in normale Untersuchungshaft genommen worden. Bleibt es bei der Einschätzung seines psychischen Zustands erwartet ihn statt eines Strafprozesses ein sogenanntes Sicherungsverfahren.

Darin kann ein Angeklagter mangels Schuldfähigkeit zwar nicht verurteilt werden. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft kann ihn ein Gericht wegen Gefährlichkeit aber dauerhaft in die Psychiatrie einweisen. Bis zur Verhandlung bleibt er dort nur vorläufig.

Der Deutschiraner hatte am 20. Juli in einem Linienbus in Lübeck seinen mit Brandbeschleuniger gefüllten Rucksack angezündet und mit einem Messer auf Fahrgäste eingestochen. Zehn Menschen wurden verletzt, drei davon schwer. Businsassen konnten ihn überwältigen.


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