23.08.2018, 14:42 Uhr

Leipzig (AFP) Erstmals Haftstrafen wegen rechtsextremer Krawalle in Leipzig verhängt

Bei den rechten Krawallen 2016 wurden zahlreiche Scheiben zerstört. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Jan Woitas (Foto: dpa/AFP/Archiv/Jan Woitas)Bei den rechten Krawallen 2016 wurden zahlreiche Scheiben zerstört. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Jan Woitas (Foto: dpa/AFP/Archiv/Jan Woitas)

Weitere Prozesse wegen Ausschreitungen vor zweieinhalb Jahren folgen

Mehr als zweieinhalb Jahre nach den gewalttätigen Ausschreitungen von Rechtsradikalen in Leipzig sind erstmals zwei Angeklagte verurteilt worden. Das Amtsgericht Leipzig sprach die beiden 26 Jahre alten Männer am Donnerstag des schweren Landfriedensbruchs schuldig und verhängte Freiheitsstrafen von jeweils einem Jahr und acht Monaten ohne Bewährung, wie ein Gerichtssprecher mitteilte.

Die Richter folgten damit dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die Verteidigung hatte Freisprüche gefordert. Der Prozess war der Auftakt einer ganzen Reihe ähnlicher Verfahren. Der nächste beginnt am Mittwoch.

Im Januar 2016 hatten zeitgleich zu einem Aufmarsch der fremdenfeindlichen Legida-Bewegung in der Leipziger Innenstadt rund 250 vermummte rechte Hooligans und Neonazis im alternativen Stadtteil Connewitz randaliert. Sie zündeten Feuerwerkskörper, warfen Scheiben von Geschäften ein und versuchten, Barrikaden zu errichten.

Die Polizei nahm 211 Rechte vorübergehend in Gewahrsam. Fünf Beamte wurden bei den Ausschreitungen verletzt. Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) sprach damals von "offenem Straßenterror".

Insgesamt erhob die Staatsanwaltschaft Leipzig wegen der Krawalle bislang gegen 202 Beschuldigte Anklage. In der Regel wurden jeweils zwei Tatverdächtige angeklagt. Einige Verfahren wurden an andere Gerichte unter anderem in Torgau und Eilenburg sowie an die Generalstaatsanwaltschaft Dresden abgegeben.


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