20.08.2018, 12:42 Uhr

Berlin (AFP) Lehrerverband sieht in Deutschland schlimmsten Lehrermangel seit 30 Jahren

Erstklässler in Niedersachsen . Quelle: dpa/AFP/Philipp Schulze (Foto: dpa/AFP/Philipp Schulze)Erstklässler in Niedersachsen . Quelle: dpa/AFP/Philipp Schulze (Foto: dpa/AFP/Philipp Schulze)

Verbandspräsident Meidinger: Es fehlen fast 40.000 Lehrer

An Deutschlands Schulen fehlen nach Überzeugung des deutschen Lehrerverbands so viele Lehrer wie seit rund 30 Jahren nicht mehr. "Einen derart dramatischen Lehrermangel hatten wir in Deutschland seit drei Jahrzehnten nicht mehr", sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger der "Passauer Neuen Presse" vom Montag. "Alles in allem fehlen fast 40.000 Lehrer."

Derzeit seien rund zehntausend Lehrerstellen nicht besetzt, erklärte Meidinger. Dazu kämen etwa 30.000 Stellen, "die notdürftig mit Nichtlehrern, Seiteneinsteigern, Pensionisten und Studenten besetzt werden". Besonders kritisch sei die Situation an Grund- und Förderschulen, sagte Meidinger. Da sei in fast allen Bundesländern die Entwicklung verschlafen und seit Jahren nicht auf den Geburtenanstieg reagiert worden. In Ländern wie Berlin oder Sachsen müsse von einem Bildungsnotstand gesprochen werden.

Der amtierende Präsident der Kultusministerkonferenz (KMK), Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (Linke), warb erneut dafür, die Durchlässigkeit zwischen den einzelnen Schulformen auszubauen. Er sei überzeugt, Deutschland müsse weg von der auf Schularten bezogenen Ausbildung und stattdessen nach Altersstufen ausbilden, sagte Holter im Rundfunk Berlin-Brandenburg. Es gebe insgesamt zu viele Gymnasiallehrer. Diese müssten deshalb auch in anderen Schularten unkompliziert eingesetzt werden können.


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