11.08.2018, 12:26 Uhr

San Francisco (AFP) Mechaniker kapert Passagierflugzeug in Seattle und bringt Maschine zum Absturz

Die gekaperte Maschine auf einem Handyvideo-Standbild. Quelle: John Wauldron/AFP/Handout (Foto: John Wauldron/AFP/Handout)Die gekaperte Maschine auf einem Handyvideo-Standbild. Quelle: John Wauldron/AFP/Handout (Foto: John Wauldron/AFP/Handout)

Ermittler gehen von Suizidabsicht aus

Am Flughafen von Seattle im Nordwesten der USA hat ein Mann eine leere Passagiermaschine gekapert und zum Absturz gebracht. Der Mechaniker einer Fluggesellschaft habe die Maschine am Freitagabend "ohne Erlaubnis" gestartet und sei dann auf einer Insel im Süden der Meeresbucht Puget Sound damit abgestürzt, erklärten der Flughafen Seattle-Tacoma und Behörden. Nach Polizeiangaben wollte er sich offenbar das Leben nehmen.

Das Büro des Sheriffs von Pierce County erklärte, der 29-jährige Mechaniker habe allein gehandelt. Einen terroristischen Hintergrund schloss die Polizei aus. Nach dem unerlaubten Start wurde die Maschine nach Polizeiangaben von zwei Militärflugzeugen vom Typ F-15 verfolgt, die dafür sorgen sollten, dass niemand verletzt wird.

Auf einem Handyvideo eines Augenzeugen ist zu sehen, wie das Flugzeug einen waghalsigen Looping macht und dann sehr tief über der Meeresbucht fliegt. Anderthalb Stunden nach dem Kapern der Maschine stürzte sie auf einer spärlich besiedelten Insel ab. Der Absturz löste einen Waldbrand aus, verletzt wurde nach Behördenangaben niemand auf der Insel.

Der Sender CNN verbreitete eine 20-minütige Tonaufzeichnung, auf der der Pilot im Gespräch mit einem Mitarbeiter des Kontrollturms zu hören sein soll. Darin fordert der Mitarbeiter des Towers den Mann, der als "Rich" angesprochen wird, dazu auf, umzudrehen, zu landen und niemanden zu verletzen. "Ich weiß nicht, Mann", antwortet die Stimme am anderen Ende. "Ich will nicht. Ich hab irgendwie gehofft, dass es das jetzt war."

In einer anderen, von der Zeitung "Seattle Times" verbreiteten Aufnahme des Gesprächs entschuldigt sich der mutmaßliche Pilot bei den Menschen aus seinem privaten Umfeld. "Es wird sie so enttäuschen zu hören, dass ich das getan habe", sagt er. "Einfach ein kaputter Typ, ein paar Schrauben locker, schätze ich. Wusste ich bis jetzt gar nicht wirklich."

Nach Angaben der Fluggesellschaft Alaska Airlines handelte es sich bei dem Flugzeug um eine zweimotorige Turboprop-Maschine vom Typ Bombardier Q400 mit Platz für 76 Passagiere, die ihrer Tochtergesellschaft Horizon Air gehörte. Horizon Air erklärte, bei dem Täter habe es sich offenbar um einen ihrer Mechaniker gehandelt.


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