09.08.2018, 13:29 Uhr

Sanaa (AFP) Dutzende Opfer bei Angriff auf Bus mit Kindern im Jemen

Jemen. Quelle: AFP/Thorsten EBERDING (Foto: AFP/Thorsten EBERDING)Jemen. Quelle: AFP/Thorsten EBERDING (Foto: AFP/Thorsten EBERDING)

Rebellen: 39 Tote bei Angriff von Militärkoalition im Norden des Landes

Bei einem Angriff auf einen Bus mit Kindern im Norden des Jemen sind dutzende Menschen getötet oder verletzt worden. Nach Angaben der Huthi-Rebellen, welche die betroffene Region Saada kontrollieren, wurden 39 Menschen getötet und 51 verletzt, "die meisten davon Kinder". Das Rote Kreuz sprach von "dutzenden Toten und Verletzten". Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition übernahm die Verantwortung für den Luftangriff und nannte den Einsatz "legitim".

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) teilte im Kurzbotschaftendienst Twitter mit, der Angriff habe sich am Donnerstagmorgen auf einem Markt in Dahjan in der Region Saada ereignet und einen Bus mit Kindern getroffen. In ein von der Organisation unterstütztes Krankenhaus seien "dutzende Tote und Verletzte" eingeliefert worden. Das IKRK erinnerte daran, dass Zivilisten bei bewaffneten Konflikten nach internationalem Recht geschützt werden müssten.

Der Fernsehsender der Huthis, Al-Massira, nannte die Zahlen von 39 Toten und 51 Verletzten. Er machte die saudiarabische Militärkoalition verantwortlich, die gegen die schiitischen Rebellen kämpft.

Die Koalition verbreitete später eine Stellungnahme, in der sie von einem "legitimen Militäreinsatz" sprach. In der von der saudiarabischen Nachrichtenagentur SPA veröffentlichten Erklärung hieß es, es handle sich um die Vergeltung für einen Raketenangriff der jemenitischen Rebellen auf die saudiarabische Stadt Dschisan am Vortag. Dabei seien ein Mensch getötet und weitere verletzt worden.

Das UN-Kinderhilfswerk Unicef äußerte sich besorgt über die neuen Berichte über getötete Kinder. "Ich sehe mit Schrecken die Bilder und Videos aus Saada und mir fehlen die Worte", schrieb die Unicef-Landesdirektorin im Jemen, Meritxell Relano, auf Twitter. "Inwiefern war das ein militärisches Ziel? Warum werden Kinder getötet?"

Erst am Donnerstag vergangener Woche waren ein Krankenhaus und ein Fischmarkt in der von Rebellen kontrollierten Hafenstadt Hodeida Ziele von Luftangriffen. Laut Rotem Kreuz wurden dabei mindestens 55 Zivilisten getötet und 170 weitere verletzt. Die Militärkoalition um Saudi-Arabien wies die Verantwortung von sich. Sie wird immer wieder für den Tod von Zivilisten in dem Konflikt verantwortlich gemacht.

Im Jemen kämpfen die vom Iran unterstützten schiitischen Huthi-Rebellen seit 2014 gegen die Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi. Eine vom sunnitischen Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition unterstützt Hadis Truppen. Seit Beginn der Luftangriffe der Militärkoalition im März 2015 wurden in dem Konflikt fast 10.000 Menschen getötet. Nach Angaben der UNO leidet der Jemen zudem unter der derzeit schlimmsten humanitären Krise weltweit.


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