08.08.2018, 11:32 Uhr

Peking (AFP) USA setzen Erhebung von Strafzöllen auf chinesische Importe fort

Hafen von Zhangjiagang. Quelle: AFP/Johannes EISELE (Foto: AFP/Johannes EISELE)Hafen von Zhangjiagang. Quelle: AFP/Johannes EISELE (Foto: AFP/Johannes EISELE)

Ab 23. August Güter im Umfang von 50 Milliarden Dollar betroffen

Im Handelskonflikt mit China schreiten die USA weiter zur Tat: Ab dem 23. August würden Strafzölle von 25 Prozent auf chinesische Importe im Umfang von insgesamt 50 Milliarden Dollar (gut 43 Milliarden Euro) erhoben, teilte das Büro des US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer mit. Betroffen sind hunderte Produkte wie Motorräder, Traktoren, elektronische Schaltungen und Agrarbedarf. China vermeldete unterdessen am Mittwoch einen anhaltend hohen Handelsüberschuss mit den USA.

Die Ankündigung aus den USA ist keine Überraschung. Schon Anfang Juli hatte die Regierung von US-Präsident Donald Trump Strafzölle auf chinesische Importe im Wert von 34 Milliarden Dollar verhängt, die Teil einer umfassenderen Runde sein sollten. Die nun verkündeten neuen Zölle betreffen einen Umfang von 16 Milliarden Dollar - die US-Regierung hatte sie zunächst ausgesetzt, nachdem US-Unternehmen Sorgen geäußert hatten.

Ziel der Strafzölle ist es nach Angaben des Lighthizer-Büros, auf die "unfairen Handelspraktiken Chinas" zu antworten. Die umfassende Untersuchung habe gezeigt, dass Chinas Vorgehen in den Bereichen Technologietransfer, geistiges Eigentum und Innovationen "unangemessen und diskriminierend" sei und den US-Handel belaste.

Die wirtschaftlichen Großmächte USA und China stecken seit Monaten in einem Handelskonflikt, der weltweit die Angst vor einem globalen Konjunktureinbruch schürt. Erst Anfang August hatte Peking erklärt, es sei bereit zu neuen Gegenzöllen auf US-Produkte im Umfang von 60 Milliarden Dollar, sollten die USA erneut mit Zollanhebungen nachlegen. Schon als Reaktion auf die Anfang Juli erhobenen Zölle hatte China Vergeltungszölle auf US-Produkte in gleicher Höhe verhängt, unter anderem auf Soja-Importe.

Ein großer Stein des Anstoßes ist Chinas Handelsüberschuss mit den USA - die Volksrepublik exportiert also deutlich mehr Güter in das Land, als sie von dort importiert. Der chinesische Zoll teilte am Mittwoch mit, im Juli habe der Überschuss bei 28,1 Milliarden Dollar gelegen. Das war zwar etwas weniger als die Rekordmarke von 28,9 Milliarden Dollar im Juni, allerdings ein Anstieg von elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Diese Summen würden "kaum dazu beitragen, die Spannungen der beiden Mächte zu entschärfen", analysierte Betty Wang von der ANZ Bank. Die Effekte der noch jungen Strafzölle müssten dabei noch abgewartet werden, sagte dazu zudem Iris Pang von ING Wholesale Banking in Hongkong der Nachrichtenagentur Bloomberg. Im August dann könnten Aussagen über einen vollen Monat geltender Strafzölle getroffen werden.


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