05.08.2018, 19:35 Uhr

Caracas (AFP) Innenminister: Sechs Festnahmen nach mutmaßlichem Anschlag auf Maduro

Fernsehbild vom Moment des mutmaßlichen Anschlags. Quelle: VENEZUELAN TELEVISION (VTV)/AFP/HO (Foto: VENEZUELAN TELEVISION (VTV)/AFP/HO)Fernsehbild vom Moment des mutmaßlichen Anschlags. Quelle: VENEZUELAN TELEVISION (VTV)/AFP/HO (Foto: VENEZUELAN TELEVISION (VTV)/AFP/HO)

Venezuelas Präsident macht Kolumbien verantwortlich

Nach dem mutmaßlichen Anschlag auf den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro haben die Behörden sechs Verdächtige festgenommen. "Wir haben bis jetzt sechs Terroristen und Auftragsmörder festgenommen, mehrere Fahrzeuge beschlagnahmt", erklärte Innenminister Néstor Reverol in Caracas am Sonntag. In mehreren Hotels der venezolanischen Hauptstadt habe es Durchsuchungen gegeben. Dabei seien "erdrückende Beweise" gefunden worden.

Maduro war zuvor nach eigenen Angaben einem Mordanschlag entgangen. Während er am Samstag eine Rede bei einer Militärparade in Caracas hielt, explodierten nach Regierungsangaben mehrere mit Sprengstoff beladene Drohnen in der Nähe des Staatschefs. Sieben Mitglieder der Nationalgarde wurden demnach verletzt. Der Staatschef blieb unversehrt. Zu der Tat bekannte sich im Internet eine Gruppe, die sich als "Nationale Bewegung der T-Shirt-Soldaten" bezeichnete.

Fernsehbilder zeigten, wie der linksnationalistische Staatschef eine live übertragene Ansprache bei der Militärzeremonie in der Hauptstadt plötzlich abbrach und Richtung Himmel schaute, während Soldaten davon liefen. Leibwächter brachten sich mit Schutzschildern vor dem Präsidenten in Stellung. Die Übertragung im Fernsehen und im Radio brach dann ab. Fotografien zeigen einen Soldaten mit blutüberströmtem Kopf.

Maduro sprach von einem versuchten Attentat auf ihn und beschuldigte Kolumbien, dahinter zu stecken. Kolumbien wies die Anschuldigungen zurück. Maduro beschuldigt regelmäßig die rechtsgerichtete Opposition oder die USA, einen Staatsstreich gegen ihn zu planen. Die wirtschaftliche Misere seines Landes ist nach seiner Darstellung Folge eines "Wirtschaftskriegs" des Auslands gegen Venezuela.


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