03.08.2018, 12:46 Uhr

Harare (AFP) Opposition in Simbabwe weist Wahlsieg Mnangagwas als "falsch" zurück

Bekanntgabe der Wahlergebnisse in Simbabwe. Quelle: AFP/Zinyange AUNTONY (Foto: AFP/Zinyange AUNTONY)Bekanntgabe der Wahlergebnisse in Simbabwe. Quelle: AFP/Zinyange AUNTONY (Foto: AFP/Zinyange AUNTONY)

Im Amt bestätigter Präsident beschwört "neuen Anfang"

Nach dem Sieg von Präsident Emmerson Mnangagwa bei den Wahlen in Simbabwe hat die Opposition das Ergebnis als "falsch" zurückgewiesen. Die Wahlbehörde ZEC müsse "korrekte und verifizierte Ergebnisse veröffentlichen, die von den Parteien bestätigt wurden", erklärte Oppositionschef Nelson Chamisa am Freitag im Kurzbotschaftendienst Twitter. Mnangagwa nannte seinen Sieg auf Twitter einen "neuen Anfang" für das südafrikanische Land.

Chamisa warf der ZEC vor, seiner Partei Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) den Zugang zu den Ergebnissen vor der offiziellen Verkündung verwehrt zu haben. "Der Grad an Intransparenz, Wahrheitsmangel, moralischem Verfall und Werteverlust ist verblüffend", twitterte Chamisa. Der Nachrichtenagentur AFP sagte der Oppositionsführer, die MDC lehne das Ergebnis ab: "Wir werden das vor Gericht bringen", kündigte er an.

Nach Angaben der ZEC kam Mnangagwa von der Regierungspartei Zanu-PF auf 50,8 Prozent der Stimmen. Oppositionsführer Chamisa erhielt demnach 44,3 Prozent. Mnangagwa werde "ordnungsgemäß zum Präsidenten der Republik Simbabwe erklärt", sagte die ZEC-Vorsitzende Priscilla Chigumba bei der Bekanntgabe der Wahlergebnisse.

Mit 50,8 Prozent gewann der Amtsinhaber die Wahl äußerst knapp - mehr als 50 Prozent waren notwendig, um eine Stichwahl zu vermeiden. Die Wahlbeteiligung lag den Angaben zufolge bei über 80 Prozent in den meisten der zehn Provinzen.

Mnangagwa sprach nach der Bekanntgabe der Ergebnisse von einem "neuen Anfang" für das Land. "Auch wenn wir bei der Wahl gespalten gewesen sein mögen, sind wir in unseren Träumen vereint", twitterte er.

Bei der am Montag gleichzeitig mit der Präsidentschaftswahl abgehaltenen Parlamentswahl errang die Regierungspartei Zanu-PF Teilergebnissen zufolge die absolute Mehrheit. Es war die erste Wahl seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Robert Mugabe im November.

Proteste gegen mutmaßliche Wahlmanipulationen waren am Mittwoch eskaliert. Soldaten eröffneten in Harare das Feuer auf Demonstranten, mindestens sechs Menschen wurden getötet. Am Freitag drängten sich die Menschen wie gewohnt durch die Straßen und Märkte der Hauptstadt. Ein Armeefahrzeug und zwei Wasserwerfer parkten vor der MDC-Zentrale.

China mahnte die "relevanten Parteien" in Simbabwe an, die "Wahl des simbabwischen Volkes" zu respektieren. Die internationale Gemeinschaft solle Peking dabei helfen, "den Frieden und die Entwicklung" des Landes aufrechtzuerhalten, sagte ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums. Präsident Xi Jinping nannte Mnangagwa, der während des simbabwischen Unabhängigkeitskampfes militärisches Training in China erhalten hatte, einen "alten Freund" seines Landes.

Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa gratulierte Mnangagwa und versprach eine enge Zusammenarbeit. In einer Mitteilung forderte er die Opposition dazu auf, bei einer Anfechtung der Wahl die in Verfassung und Wahlrecht verankerten rechtlichen Mittel zu nutzen.

Nach der Unabhängigkeit Simbabwes von Großbritannien 1980 wurde das afrikanische Land 37 Jahre von der Zanu-PF unter Mugabe autoritär regiert. Im vergangenen November wurde er vom Militär gestürzt, sein ehemaliger Vertrauter Mnangagwa trat seine Nachfolge an.


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