01.08.2018, 06:20 Uhr

Düsseldorf (AFP) Hofreiter fordert schärfere Bedingungen für Agrarsubventionen

Landwirt in Baden-Württemberg. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Thomas Warnack (Foto: dpa/AFP/Archiv/Thomas Warnack)Landwirt in Baden-Württemberg. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Thomas Warnack (Foto: dpa/AFP/Archiv/Thomas Warnack)

Ministerium: Konstruktive Gespräche über Lage der Bauern wegen Trockenheit

Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter hat als Konsequenz aus der diesjährigen Erntekrise eine Verschärfung der Bedingungen für Agrarsubventionen gefordert. Bereits heute flössen jährlich über fünf Milliarden Euro an Steuergeldern weitgehend ohne Auflagen in die deutsche Landwirtschaft, sagte er dem "Handelsblatt" vom Mittwoch. "Diese Subventionen, über die gerade in Brüssel verhandelt wird, sollten in Zukunft nur noch solchen Betrieben zugutekommen, die umwelt-, tier-, klima- und artenfreundlich arbeiten", forderte er.

"Wir können uns nicht leisten, umweltschädliche Wirtschaftsweisen weiterhin zu subventionieren", fuhr Hofreiter fort. Monokulturen und Massentierhaltung seien der falsche Weg, das müssten angesichts weiterer drohender Wetterextreme auch die Regierung und der Bauernverband erkennen, sagte Hofreiter der Zeitung. Nötig sei eine Umsteuerung.

Die Bauern in Deutschland rechnen wegen der anhaltenden Hitze und Trockenheit in diesem Jahr mit massiven Ernteausfällen. Bund und Länder berieten am Dienstag in Berlin über mögliche Hilfsmaßnahmen. Der Bauernverband hatte finanzielle Unterstützung in Höhe von einer Milliarde Euro für notleidende Landwirte gefordert. Das Bundeslandwirtschaftsministerium sprach nach dem Treffen am Abend von "sehr konstruktiven Gesprächen".

Hofreiter bezeichnete die Bitte des Bauernverbands als "pauschale reine Lobbyforderung". "Es ist bemerkenswert, dass der Bauernverband staatliche Eingriffe immer dann ablehnt, wenn es um ökologische und tierfreundliche Veränderungen geht, aber die Hand aufhält, wenn unkonditioniert Geld fließen soll", sagte der Grünen-Politiker dem "Handelsblatt".


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