31.07.2018, 12:20 Uhr

Berlin (AFP) Vorsitzender der Jungen Union hält höheres Renteneintrittsalter für unvermeidlich

Ein älteres Paar in Berlin. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Silas Stein (Foto: dpa/AFP/Archiv/Silas Stein)Ein älteres Paar in Berlin. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Silas Stein (Foto: dpa/AFP/Archiv/Silas Stein)

Ziemiak erhält Unterstützung aus der Wirtschaft

Der Vorsitzende der Jungen Union, Paul Ziemiak, hält eine Erhöhung des Renteneintrittsalters für unvermeidlich. "Wir werden im Durchschnitt länger arbeiten müssen, weil wir sehen, dass die Lebenserwartung steigt", sagte Ziemiak dem "Handelsblatt" vom Dienstag. Die SPD dürfe die Frage der Lebensarbeitszeit in der Rentenkommission daher nicht "zu einem Tabuthema" erklären.

Die von Union und SPD vereinbarte Rentenkommission soll bis März 2020 Vorschläge erarbeiten, wie die Rente nach 2025 gesichert werden kann.

Applaus für seine Forderung erhielt Ziemiak von dem Wirtschaftsverband Die Jungen Unternehmer. Es sei lange ein Tabuthema gewesen, über die Erhöhung des Renteneintrittsalters zu sprechen, erklärte die Verbandsvorsitzende Sarna Röser. Ziemiak habe aber Recht, dass die höhere Lebenserwartung zu einer Veränderung in der Rentenpolitik führen müsse.

Im vergangenen Jahr lag das durchschnittliche Eintrittsalter für Altersrenten wie schon im Vorjahr bei 64,1 Jahren, wie die "Rheinische Post" (Mittwochsausgabe) unter Berufung auf die Deutsche Rentenversicherung Bund berichtete. Bei Männern lag das Eintrittsalter demnach bei 64,0 Jahren, bei Frauen bei 64,1 Jahren.

Wichtiger Grund für die Stagnation des Renteneintrittsalters war dem Bericht zufolge die Einführung der abschlagsfreien Rente mit 63 Mitte 2014. Sie wirkte dem schrittweisen Anstieg des gesetzlichen Renteneintrittsalters auf 67 Jahre bis 2029 entgegen.

Gestiegen ist im vergangenen Jahr jedoch die Rentenbezugsdauer. Wie die "Bild"-Zeitung am Dienstag unter Berufung auf Zahlen der Rentenversicherung berichtete, bezogen Männer im Jahr 2017 die Rente im Schnitt 19,24 Jahre lang. 2016 lag die Rentenbezugszeit noch bei 18,92 Jahre. Im Schnitt verstarben die Rentner mit 80,18 Jahren.

Frauen bezogen demnach 23 Jahre lang Rente und starben mit 84,27 Jahren. 2016 lag die Rentenbezugsdauer von Frauen noch bei 22,78 Jahren.


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