31.07.2018, 12:10 Uhr

Harare (AFP) Zwei Kandidaten sehen sich als Sieger der Präsidentschaftswahl in Simbabwe

Präsident Mnangagwa (l.) und Oppositionsführer Chamisa. Quelle: AFP/Archiv/Ahmed OULD MOHAMED OULD ELHADJ, Jekesai NJIKIZANA (Foto: AFP/Archiv/Ahmed OULD MOHAMED OULD ELHADJ, Jekesai NJIKIZANA)Präsident Mnangagwa (l.) und Oppositionsführer Chamisa. Quelle: AFP/Archiv/Ahmed OULD MOHAMED OULD ELHADJ, Jekesai NJIKIZANA (Foto: AFP/Archiv/Ahmed OULD MOHAMED OULD ELHADJ, Jekesai NJIKIZANA)

Wahlkommission schließt Wahlbetrug aus

Nach der ersten freien Wahl in Simbabwe seit 1980 haben sich sowohl Präsident Emmerson Mnangagwa, als auch Oppositionsführer Nelson Chamisa siegesgewiss gezeigt. Mnangagwa schrieb am Dienstag im Kurzbotschaftendienst Twitter, seine Regierungspartei Zanu-PF erhalte "extrem positive" Daten von der Auszählung. Chamisa twitterte, seine Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) gewinne "haushoch". Die umstrittene Wahlbehörde des Landes erklärte, es habe "keinerlei Wahlbetrug" gegeben.

In Simbabwe hatten am Montag zum ersten Mal seit fast vier Jahrzehnten freie Wahlen stattgefunden. Nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Robert Mugabe im vergangenen November gingen die Bürger am Montag weitgehend friedlich zu den Urnen, um einen Präsidenten zu wählen und das Parlament sowie die Kommunalvertretungen neu zu besetzen.

Mugabes Nachfolger Mnangagwa zeigte sich bei der Stimmabgabe "glücklich" über den friedlichen Verlauf der Wahl. Auf Twitter schrieb er am Dienstag, die Informationen der Parteivertreter vor Ort seien "extrem positiv". "Warten geduldig auf die offiziellen Ergebnisse, gemäß der Verfassung", fügte der 75-Jährige hinzu.

Laut Chamisa, der während des Wahlkampfs wiederholt Betrugsvorwürfe vorgebracht hatte, verfügte die MDC am Dienstag bereits über die meisten Ergebnisse aus den mehr als 10.000 Wahllokalen. "Wir haben außerordentlich gut abgeschnitten", schrieb der 40-Jährige auf Twitter. "Wir sind bereit, die nächste Regierung zu stellen."

Die von Chamisa heftig kritisierte Wahlbehörde Simbabwes bestätigte den fairen Ablauf der Abstimmung. "Wir sind absolut zuversichtlich, dass es keinerlei Wahlbetrug gab", erklärte Behördenchefin Priscilla Chigumba. Die Wahlkommission werde dem Volk die Wahl "nicht stehlen".

Schätzungen der Wahlkommission zufolge betrug die Wahlbeteiligung kurz vor Schließung der Wahllokale am Montag 75 Prozent. Auch Wahlbeobachter der EU gingen von einer hohen Wahlbeteiligung aus. Der Chef der EU-Wahlbeobachtermission, der CDU-Politiker Elmar Brok, sprach allerdings von "Mängeln" bei der Wahl, denen nachgegangen werden müsse.

"Wir wissen noch nicht, ob dies systematisch passiert ist oder ob es sich nur um schlechte Organisation in einigen Wahlbüros handelte", sagte Brok der Nachrichtenagentur AFP. Insgesamt habe die Wahl "riesigen" Zuspruch gefunden - "vor allem bei jungen Leuten, meistens in sehr guter Atmosphäre und friedlich, was positiv ist".

Erste Wahlergebnisse wurden noch für Dienstag erwartet. Das offizielle Endergebnis soll am Samstag feststehen. Sollte keiner der insgesamt 23 Präsidentschaftskandidaten im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit erreichen, kommt es am 8. September zur Stichwahl.

Der 94-Jährige Mugabe, der die Tage nach seiner Ablösung in seiner Luxusresidenz in einem noblen Vorort von Harare verbringt, wählte am Montag zusammen mit seiner Frau Grace in der Hauptstadt. Am Sonntag hatte er noch erklärt, nicht für seine ehemalige Partei Zanu-PF stimmen zu wollen.

Simbabwes Militär hatte im November die Kontrolle übernommen und dem Zanu-PF-Parteiveteranen Mnangagwa zur Macht verholfen. Innerhalb weniger Tage endete Mugabes 37-jährige Herrschaft.


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