30.07.2018, 11:12 Uhr

Lombok (AFP) Hunderte Wanderer sitzen nach Erdbeben auf Lombok auf Vulkan fest

Zerstörungen nach Erdbeben auf Lombok. Quelle: AFP/Archiv/Aulia AHMAD (Foto: AFP/Archiv/Aulia AHMAD)Zerstörungen nach Erdbeben auf Lombok. Quelle: AFP/Archiv/Aulia AHMAD (Foto: AFP/Archiv/Aulia AHMAD)

Evakuierungsmaßnahmen am Rinjani begonnen - Auch Deutsche betroffen

Nach dem Erdbeben auf der indonesischen Ferieninsel Lombok haben hunderte Wanderer auf einem aktiven Vulkan festgesessen. Betroffen waren 560 Touristen und Bergführer, teilte der Chef des Rinjani-Nationalparks, Sudiyono, am Montag mit. Evakuierungsmaßnahmen begannen im Laufe des Tages. Nach Einschätzung der Behörden werden sie voraussichtlich bis Dienstag dauern. Unter den Touristen waren auch Deutsche.

560 Menschen säßen am Vulkan Rinjani fest, sagte der Nationalpark-Direktor. "500 befinden sich im Gebiet Segara Anakan und 60 in Batu Ceper." Unter den Touristen waren zudem US-Bürger, Franzosen, Niederländer und Thailänder.

Ihnen wurde demnach durch Erdrutsche der Weg abgeschnitten. Durch das Beben war tonnenweise Geröll und Schlamm an dem Berg niedergegangen, die Wanderwege wurden nach dem Erdbeben gesperrt.

Bergführer entdeckten später eine Alternativroute. Erste Gruppen von Wanderern konnten daraufhin mit dem Abstieg beginnen. "Derzeit sind einheimische und internationale Touristen auf ihrem Weg nach unten", sagte ein Sprecher der Rettungskräfte. Mit ihrer Rückkehr wurde jedoch nicht vor dem Abend (Ortszeit) gerechnet.

Hubschrauber und Rettungsteams zu Fuß waren zuvor entsandt worden, um die Hänge des Bergs Rinjani abzusuchen. An dem Berg befinden sich zahlreiche Wanderwege, die bei Touristen beliebt sind.

Das Beben der Stärke 6,4 hatte sich am Sonntag 50 Kilometer nordöstlich von Lomboks Hauptort Mataram ereignet. Mindestens 16 Menschen kamen ums Leben. Die Erdstöße lösten Panik unter Einheimischen und Touristen aus, die auf die Straßen rannten.

Nach dem ersten Erdstoß gab es zwei weitere starke Beben sowie mehr als hundert Nachbeben. Hunderte Gebäude und ein Krankenhaus wurden im Erdbebengebiet zerstört.

Besonders betroffen war das Dorf Medas nördlich von Mataram - dort wurde die Mehrzahl der Häuser zerstört. Behördenangaben zufolge wurden auf Lombok insgesamt rund 160 Menschen verletzt. Rund 5100 Menschen harrten in Notunterkünften aus.

Der Thailänder Thanapon Worawutchainan, der im Moment des Hauptbebens am Berggipfel war, veröffentlichte ein Video beim Onlinenetzwerk Facebook, das gen Tal hastende und stolpernde Menschen zeigte. Ein Landsmann, Funknathee Prapasawat, sagte: "Es sah so aus, als würde der Berg vor mir zusammenbrechen." Einige Menschen seien von Felsbrocken getroffen worden.

Präsident Joko Widodo besuchte das Katastrophengebiet am Montag und versprach den Betroffenen finanzielle Hilfe. Der Rinjani ist mit 3726 Metern der zweithöchste Vulkan Indonesiens. Seine letzte größere Eruption ereignete sich im Herbst 2016.


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