29.07.2018, 13:05 Uhr

Ankara (AFP) Erdogan warnt USA vor Strafmaßnahmen wegen angeklagten Pastors

US-Pastor Andrew Brunson. Quelle: AFP/Archiv/- (Foto: AFP/Archiv/-)US-Pastor Andrew Brunson. Quelle: AFP/Archiv/- (Foto: AFP/Archiv/-)

Türkischer Präsident: "USA müssen ihr Einstellung ändern"

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat die USA gewarnt, wegen des Falls eines in der Türkei angeklagten Pastors Strafmaßnahmen zu erlassen. "Sie können die Türkei nicht mit Sanktionen zum Nachgeben zwingen", zitierte die Zeitung "Hürriyet" Erdogan am Sonntag. Es war das erste Mal, dass sich der Präsident zu der am Donnerstag von US-Präsident Donald Trump ausgesprochenen Drohnung äußerte.

Der 50-jährige US-Geistliche Andrew Brunson war am Mittwoch nach fast zwei Jahren Untersuchungshaft überraschend aus einem türkischen Gefängnis entlassen worden, blieb jedoch unter Hausarrest. Trump forderte daraufhin seine Freilassung und drohte andernfalls mit "umfassenden Sanktionen". Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu wies die Drohung umgehend scharf zurück.

"Die USA sollten nicht vergessen, dass sie einen starken und aufrichtigen Partner wie die Türkei verlieren könnten, wenn sie ihre Einstellung nicht ändern", sagte Präsident Erdogan laut "Hürryiet". Brunson steht in der Türkei unter Terror- und Spionageverdacht, ihm droht eine lange Haftstrafe. Er weist alle Vorwürfe zurück. Das bereits äußerst angespannte Verhältnis zwischen Washington und Ankara verschlechterte sich dadurch weiter.


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