27.07.2018, 10:34 Uhr

Jerusalem (AFP) Israel kündigt nach tödlicher Messerattacke Ausbau von Siedlung an

Israelische Sicherheitskräfte in der Siedlung Adam. Quelle: AFP/Ahmad GHARABLI (Foto: AFP/Ahmad GHARABLI)Israelische Sicherheitskräfte in der Siedlung Adam. Quelle: AFP/Ahmad GHARABLI (Foto: AFP/Ahmad GHARABLI)

Palästinenser stach drei Zivilisten nieder - Ein Israeli gestorben

Als Reaktion auf eine tödliche Messerattacke im Westjordanland hat Israel den Ausbau einer jüdischen Siedlung angekündigt. "Die beste Antwort auf Terrorismus ist die Erweiterung von Siedlungen", erklärte Verteidigungsminister Avigdor Lieberman am Freitag im Kurzbotschaftendienst Twitter. Er kündigte den Bau von 400 neuen Häusern in der Siedlung Adam im von Israel besetzten Westjordanland an. Ein Israeli aus der Siedlung nahe Ramallah war von einem Palästinenser attackiert worden und an den Verletzungen gestorben.

Nach Angaben der israelischen Armee drang der Palästinenser am Donnerstagabend in die Siedlung Adam ein und stach auf drei Zivilisten ein. Der 31-jährige Israeli sei mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert worden, wo er schließlich gestorben sei, teilte die Klinik in Jerusalem in der Nacht mit.

Bei dem Angreifer handelte es sich nach Armeeangaben um einen 17-Jährigen aus dem palästinensischen Dorf Kobar bei Ramallah. Er sei von einem Zivilisten erschossen worden, der den Angriff beobachtet habe.

Die Armee durchsuchte nach eigenen Angaben am Freitag das Dorf, befragte mehrere Angehörige des Angreifers und entzog ihnen ihre Arbeitsgenehmigungen. Während der Razzia kam es zu Zusammenstößen zwischen jungen Palästinensern und israelischen Soldaten, wie ein AFP-Reporter berichtete. Nach Angaben der palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa wurden drei Menschen festgenommen.

In den vergangenen Jahren gab es zahlreiche tödliche Angriffe einzelner Palästinenser mit Messern und Autos auf Israelis. Zuletzt nahm vor allem die Gewalt zwischen der israelischen Armee und palästinensischen Gruppen im abgeriegelten Gazastreifen zu.


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