26.07.2018, 15:13 Uhr

Düsseldorf (AFP) Anklage fordert lebenslange Haft im Prozess um Düsseldorfer "Wehrhahn-Anschlag"

Schauplatz des Anschlags. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Martin Gerten (Foto: dpa/AFP/Archiv/Martin Gerten)Schauplatz des Anschlags. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Martin Gerten (Foto: dpa/AFP/Archiv/Martin Gerten)

Verteidigung fordert Freispruch - Sprachschüler durch Bombe verletzt

Im Prozess um den Bombenanschlag am Düsseldorfer S-Bahnhof Wehrhahn vor etwa 18 Jahren hat die Anklage eine lebenslange Haftstrafe gefordert. Die Verteidigung des Angeklagten Ralf S. forderte einen Freispruch, wie eine Sprecherin des Landgerichts in der nordrhein-westfälischen Stadt am Donnerstag sagte. Bei dem mutmaßlich fremdenfeindlich motivierten Anschlag waren im Jahr 2000 zehn Sprachschüler aus Osteuropa verletzt worden. Eine Frau verlor ihr ungeborenes Kind.

Auch die Nebenklage forderte für den als Neonazi bekannten Inhaber eines Militariahandels eine lebenslange Haftstrafe. Ihm wird mehrfacher versuchter Mord vorgeworfen. S. soll den Anschlag mit einem ferngezündeten Sprengsatz verübt haben. Er bestreitet das.

Für das Gericht gilt er bereits seit einigen Wochen nicht mehr als dringend tatverdächtig. Deshalb hoben die Richter im Mai die Untersuchungshaft gegen den Mann auf. Sie begründeten das mit nicht ausreichend belastbaren Zeugenaussagen. Gegenüber den Zeugen soll der Angeklagte den Anschlag angekündigt oder gestanden haben.

Der Prozess lief aber weiter. Ein Urteil könnte laut Gericht am nächsten Prozesstag am kommenden Dienstag fallen. Es ist aber auch möglich, dass die Richter noch mehr Zeit benötigen.

Der 51-Jährige war bereits unmittelbar nach dem Anschlag ins Visier der Ermittler gerückt, diese fanden allerdings keine Beweise. Er rückte aber 2014 erneut in den Fokus, nachdem ein früherer Mithäftling berichtet hatte, S. habe sich mit dem Anschlag gebrüstet. Als Folge der wieder aufgenommenen Ermittlungen wurde er später verhaftet und vor Gericht gestellt.


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