25.07.2018, 20:07 Uhr

Washington (AFP) Doch kein zweiter Trump-Putin-Gipfel in diesem Jahr

US-Präsident Trump (links) und Russlands Staatschef Putin. Quelle: AFP/Archiv/Brendan Smialowski (Foto: AFP/Archiv/Brendan Smialowski)US-Präsident Trump (links) und Russlands Staatschef Putin. Quelle: AFP/Archiv/Brendan Smialowski (Foto: AFP/Archiv/Brendan Smialowski)

Weißes Haus begründet Verschiebung mit Ermittlungen zur Russland-Affäre

Der nächste Gipfel zwischen US-Präsident Donald Trump und dem russischen Staatschef Wladimir Putin soll nun doch nicht schon in diesem Jahr stattfinden. Das nächste bilaterale Treffen der beiden Staatsoberhäupter solle erst zu einem Zeitpunkt nach Jahresbeginn 2019 stattfinden, teilte der Nationale Sicherheitsberater im Weißen Haus, John Bolton, am Mittwoch in Washington mit.

Erst in der vergangenen Woche hatte das Weiße Haus angekündigt, dass der nächste Gipfel zwischen Trump und Putin bereits zwischen September und Dezember in der US-Hauptstadt stattfinden solle. Trump habe Bolton angewiesen, dem russischen Staatschef eine entsprechende Einladung zu übermitteln.

Die Verschiebung begründete der Sicherheitsberater nun mit dem Wunsch des US-Präsidenten, dass vor dem nächsten Treffen mit Putin die "Russland-Hexenjagd" vorüber sein solle. Bolton bezog sich damit auf die Untersuchungen des US-Sonderermittlers Robert Mueller, die Trump regelmäßig als "Hexenjagd" anprangert.

In diesen Ermittlungen geht es um die mutmaßlichen verdeckten russischen Interventionen im US-Wahlkampf 2016 und mögliche diesbezügliche Absprachen zwischen Moskau und dem Trump-Team.

Trump und Putin hatten am Montag vergangener Woche in Helsinki ihren ersten bilateralen Gipfel abgehalten. Trumps Auftritt sorgte in Teilen der US-Öffentlichkeit für große Empörung, weil er es bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit Putin vermieden hatte, die mutmaßlich von Russland ausgegangenen Cyberattacken auf die US-Demokraten im Wahlkampf zu verurteilen.

Stattdessen erweckte der US-Präsident den Eindruck, er gebe den Erkenntnissen der eigenen Geheimdienste zu den mutmaßlichen russischen Einmischungen keineswegs mehr Gewicht als Putins Beteuerung, Russland habe nichts mit den Hackerangriffen zu tun gehabt. Trump nannte Putins Dementi "extrem stark und kraftvoll".

Der US-Präsident führte nach seiner Rückkehr zu seiner Verteidigung ins Feld, sich bei der Pressekonferenz lediglich versprochen zu haben. Außerdem sagte er in einem Fernsehinterview, dass er bei seinem Vier-Augen-Gespräch mit dem russischen Staatschef diesen "sehr deutlich" habe wissen lassen, dass "wir keine Einmischung haben können".


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