25.07.2018, 12:51 Uhr

Berlin (AFP) Juncker vor Handelsgesprächen mit Trump "nicht übermäßig optimistisch"

EU-Kommissionspräsident Juncker. Quelle: AFP/JOHN THYS (Foto: AFP/JOHN THYS)EU-Kommissionspräsident Juncker. Quelle: AFP/JOHN THYS (Foto: AFP/JOHN THYS)

EU droht bei US-Autozöllen mit Vergeltung im Wert von 20 Milliarden Dollar

Vor seinem Treffen mit US-Präsident Donald Trump zum Handelsstreit hat EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker Verhandlungen auf Augenhöhe angekündigt, sich jedoch "nicht übermäßig optimistisch" gezeigt. "Wir sitzen hier nicht auf der Anklagebank", sagte er dem ZDF, "insofern brauchen wir uns auch nicht zu verteidigen". Die EU drohte Trump im Fall von Strafzöllen auf europäische Autos mit Vergeltungsmaßnahmen auf US-Waren im Wert von rund 20 Milliarden Dollar (17,1 Milliarden Euro).

Die Erwartungen an das Treffen von Juncker mit Trump im Weißen Haus (ab 19.30 Uhr MESZ) sind groß. Er wolle zusammen mit Handelskommissarin Cecilia Malmström und seiner Delegation "Wege ausloten, wie man einen Handelskrieg vermeiden kann", sagte Juncker.

Die EU sei nicht der Feind der USA und er wisse, wie mit Trump umzugehen sei, sagte Juncker. "Wir werden da auf Augenhöhe verhandeln." Ein konkretes Angebot zur Deeskalation des Konflikts bringen Juncker und Malmström allerdings nicht mit.

Für die Bundesregierung sind sinkende Zölle das Ziel der Gespräche. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) habe bereits deutlich gemacht, "dass es niemandem nützt, weder der einen Seite des Atlantiks noch der anderen, wenn die Zölle steigen", sagte eine Sprecherin des Ministers.

Die USA hatten Anfang Juni Strafzölle auf Stahl und Aluminium aus Europa verhängt. Die EU reagierte mit Gegenzöllen auf US-Waren im Wert von 2,8 Milliarden Euro. Derzeit lässt Trump Strafzölle auch auf Auto-Importe prüfen, was besonders Deutschland hart treffen würde. "Wenn es zu Autozöllen kommt, dann muss die EU Gegenmaßnahmen ergreifen", sagte der Kommissionschef. Die EU sei bereit und in der Lage, "sofort adäquat antworten" zu können.

Dazu sagte Malmström der schwedischen Zeitung "Dagens Nyheter", für den Fall von Strafzöllen auf Autos bereite die EU-Kommission Vergeltungsmaßnahmen auf US-Waren im Wert von rund 20 Milliarden Dollar vor. Im Visier der Europäer sind demnach unter anderem High-Tech-Produkte, Maschinen und landwirtschaftliche Erzeugnisse. In EU-Kreisen war bisher ein deutlich niedrigerer Betrag genannt worden. Dort hieß es vergangene Woche noch, der Wert der betroffenen Waren werde bei "etwas unter zehn Milliarden Euro" liegen.

Trump schlug unterdessen vor, dass USA und EU sämtliche Zölle, Handelsbarrieren und Subventionen abschaffen. Dann gebe es "endlich einen freien Markt und einen fairen Handel". Er hoffe, dass sich die EU darauf einlasse. Die USA seien "bereit", er glaube aber nicht, dass die EU es tue.


0 Kommentare