24.07.2018, 10:58 Uhr

Amsterdam (AFP) Neues internationales Bündnis nimmt HIV-Infektionen bei Männern in den Blick

Elton John und Prinz Harry in Amsterdam. Quelle: ANP/AFP/Robin Utrecht (Foto: ANP/AFP/Robin Utrecht)Elton John und Prinz Harry in Amsterdam. Quelle: ANP/AFP/Robin Utrecht (Foto: ANP/AFP/Robin Utrecht)

Gründung bei Aids-Konferenz mit Unterstützung von Elton John und Prinz Harry

Mit prominenter Unterstützung ist bei der Internationalen Aids-Konferenz in Amsterdam ein internationales Bündnis zur besseren Bekämpfung der Immunschwächekrankheit geschmiedet worden, das HIV-Infektionen bei Männern in den Blick nimmt. "Wir müssen viel, viel mehr tun", sagte der britische Popsänger Elton John am Dienstag zum Start des Bündnisses MenStar, mit dem Hilfsorganisationen wie die UN-Organisation Unitaid und die US-Stiftung Pepfar verstärkt gegen HIV-Infektionen bei Männern kämpfen wollen.

Für Frauen und Mädchen sei im Kampf gegen HIV und Aids schon viel getan worden, sagte der britische Sänger. Eine umfassende Lösung sei aber nicht möglich, wenn "nur die Hälfte" des Problems angegangen werde. "Wenn wir diesen Kampf gewinnen wollen, wenn wir Aids ein für allemal beenden wollen, müssen wir Männer zum Teil der Lösung machen", sagte Elton John.

Prinz Harry warnte in Amsterdam davor, im Kampf gegen Aids nachzulassen. "Der Fortschritt, den wir so hart erkämpft haben, ist gefährdet durch eine gefährliche Selbstgefälligkeit", sagte er. Auch dürfe nicht unterschätzt werden, welche Folgen die Ausbreitung von Aids auf die Bildung und andere Entwicklungsmöglichkeiten habe.

Die 22. Internationale Aids-Konferenz hatte am Montag in Amsterdam begonnen. Rund 15.000 Delegierte aus aller Welt nehmen an der fünftägigen Konferenz teil. Auch Hollywood-Star Charlize Theron wandte sich am Dienstag an die Delegierten. Sie lobte, die internationale Gemeinschaft habe einen "langen Weg" zurückgelegt "von dieser moralischen Panik, die die frühen Stadien dieser Epidemie bestimmten".

Zum Auftakt der Konferenz hatte am Montagabend unter anderem Conchita Wurst alias Tom Neuwirth einen Appell für mehr Anstrengungen im Kampf gegen HIV und Aids an die internationale Gemeinschaft gerichtet. "Wie lange wird es dauern, bis wir unsere Forschung und bezahlbare Therapien jedem einzelnen Menschen zugänglich machen, der es benötigt?", fragte der österreichische Drag-Künstler und Sieger des Eurovision Song Contest 2014, der selbst HIV-positiv ist.

Seit den ersten bekannten Aids-Fällen Anfang der 80er Jahre sind mehr als 35 Millionen Menschen weltweit an der Immunschwächekrankheit gestorben. Laut UN-Aids-Programm Unaids sank die Zahl der neu Infizierten seit 1996 um fast die Hälfte: Im vergangenen Jahr steckten sich noch 1,8 Millionen Menschen mit HIV an. In 50 Ländern seien die Infektionszahlen aber gestiegen. Insgesamt drei von fünf HIV-Infizierten befinden sich laut Unaids in Behandlung.


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